Meine Hoffnung ist, dass Gott durch mein Leben – meine aktuellen Herausforderungen in Krankheit und Schmerz – andere Betroffene ermutigt und ihnen eine neue Sicht auf die schwierigen Zeiten des Lebens gibt. Diese Hoffnung scheint sich zu erfüllen, wie sich an den zahlreichen Rückmeldungen zu meinem Buch und dem Talk im schweizer Fernsehen zeigt.
In diesem Artikel teile ich einen persönlichen Einblick betreffend meiner Hoffnungen aber auch meiner Ängste, sowie einige hoffnungsvolle Rückmeldungen.
Meine Hoffnung
Als ich chronisch Krank wurde und vor Erschöpfung nicht mehr aus dem Bett gekommen bin, habe ich kurzfristig die Orientierung verloren. „Was soll das? Wie kann ich so meiner Berufung als Pastor nachgehen? Wann werde ich endlich gesund?“ waren einige meiner wiederkehrenden Gedanken.

Grundsätzlich war ich damals der Überzeugung, dass Gott in unseren Leben Krisen zulässt, die aber zeitlich begrenzt sind. Ich dachte, dass Gott Krisen (eine Krankheit, Schmerzen o.ä.) zulässt, um uns etwas bewusst zu machen, uns eine neue Erkenntnis zu geben. Aufgrund dessen war meine Hoffnung, möglichst rasch diese neue Erkenntnis zu gewinnen, um bald wieder gesund zu werden.
Doch egal wie viele Erkenntnisse ich hatte – meine körperliche Situation veränderte sich nicht zum Guten. Da ich ein lösungsorientierter Mensch bin, entschied ich mich nach einer Weile, Gott bereits IN der Krise zu suchen. Und somit aufzuhören, meine Hoffnung nur in das „Danach“ zu setzen.
Das war mein Durchbruch und ich bekam neue Hoffnung! Meine Erkenntnis: Gott ist immer nahe, auch wenn die Krise nicht endet, auch wenn die Krankheit chronisch ist. Genauso hat es auch David in Psalm 23 geschrieben:
Auch wenn es durch dunkle Täler geht, fürchte ich kein Unglück, denn du, HERR, bist bei mir. Dein Hirtenstab gibt mir Schutz und Trost.
Psalm 23,4
Daniel Schulze zeigt in seinem Buch DIE EINEN TRAGEN STEINE, DIE ANDEREN GOLD eindrücklich auf, wie uns Gott in unseren Krisen, Ängsten und Hoffnungen nahe ist. Doch da hört es nicht auf! Die folgenden Worte haben in mir im ersten Moment Widerstand ausgelöst. Doch als ich sie eine Weile auf mich Wirken liess, erkannte ich die tiefe Wahrheit darin.
Unsere tiefste Heilung liegt in dem Moment begründet, in dem unsere Wunden andere Menschen heilen. In diesen Begegnungen verwandeln sich unsere Lasten in Gold und wir können auch den schweren Erfahrungen einen Sinn geben.
Daniel Schulze
Meine Ängste
Hinter meiner Hoffnung versteckte sich allerdings auch eine Angst (oder umgekehrt)… So fürchtete ich, dass mein Buch ein „Ladenhüter“ werden könnte – was jedem Buch, bzw. jedem Autor, passieren kann. Vor allem, wenn es das erste Buch ist und man noch unerfahren ist!
Vor einigen Jahren besuchten wir als Beirat des Männermagazins MOVO die Lokalitäten des Verlags (SCM in Holzerlingen DE), der auch mein Buch publiziert hat. Als wir hinter der Lagerhalle entlang gingen, sah ich hunderte Bücher die zur Entsorgung bereit standen. Das habe ich fotografiert und ich werde diese Szene nie mehr vergessen. Denn es drückte damals wie heute meine Angst aus, etwas vergeben zu machen; meine kleine Energie für etwas Nebensächliches zu investieren.
Die damalige Situation führte mir diese Angst vor Augen, zum ersten mal wurde ich mir dessen so richtig bewusst.

Ich brauchte eine Weile, um die Realität meiner Befürchtungen zu akzeptieren. Nach dem ich sie mir von der Seele in mein Notizbuch geschrieben und mit meiner Frau darüber gesprochen habe, war ich offen für Gottes Reden. Er hat meine Angst in Hoffnung verwandelt. Und nun wird meine Hoffnung Wirklichkeit. Halleluja!
Unerwartete Medienpräsenz
Den Löwenzahn im Beitragsbild habe ich im Frühling 2025 fotografiert. Es fasziniert mich, wie hartnäckig diese Pflanze ist: Sie lässt sich nicht von den Hindernissen aufhalten (wie etwa dem Asphalt), sondern „sieht“ die Möglichkeiten. Mein bewusstes Wahrnehmen dieses Löwenzahns stärkte meine Hoffnung, die immer wieder verschwinden klein wird.
Gott kann und will mir Ritzen im Asphalt zeigen, durch die meine Botschaft wachsen und Frucht bringen kann. Und genauso wie der Löwenzahn sich verbreitet, wünsche ich mir eine Verbreitung des Evangeliums durch meine begrenzten Möglichkeiten.
Die Ritzen in meinem Asphalt sind Buchpräsentationen, Portraits in Magazinen, diese Homepage, Podcasts und sogar TV-Beiträge.

Der Pfarrer, einst voller Energie und Leiter einer wachsenden Kirche, erhält die Diagnosen «Chronisches Fatigue Syndrom» und «Rheuma» – dauerhafte Müdigkeit und permanente Schmerzen. Er kämpft zuerst mit allen Mitteln gegen seine Krankheiten. Doch dann muss der sportliche Powermensch lernen, immer mehr loszulassen. Schliesslich auch seinen Job als Pfarrer. Seiner neuen Lebensrealität kann er heute auch Positives abgewinnen: «Die Krankheit hat unser Familienleben verbessert. Ich bin heute langsamer, aber dafür fokussierter und einfühlsamer.»
aus dem Werbetext zum Fenster zum Sonntag – Talk
Das Foto zeigt den Talk mit Martin Diener im schweizer Fernsehen SRF und hatte bis jetzt die grösste Reichweite – der Wind hat die Samen des Löwenzahns weit getragen, was mich sehr freute. Und die Rückmeldungen waren überwältigend!
Rückmeldungen die Hoffnung machen
Da ich auch unter einer Krankheit leide, hat mir Reto Kaltbrunner aus dem Herz gesprochen!
Stark, ermutigend. Wir haben auch mit gesundheitlichen Herausforderungen zu tun. Ihre Offenheit über Schwäche, aber auch Tool zur Stärke, ist hilfreich und gibt Hoffnung.
Hallo zusammen, durch einen Freund bin ich auf die Sendung Fenster zum Sonntag gestossen. Hörte sie erst 2, 3 Mal. Meine Geschichte ist ganz anders als die von dir Reto, bin trotzdem sehr berührt und hilft mir extrem, meine Situation zu akzeptieren – dennoch will ich Gott weiter bestürmen, dass er Eingreifen und Wunder tut. Amen.
Schön und danke, sprechen Sie über dieses Thema – ich selber habe seit über 22 Jahren ME/CFS.
Mit ganzer Kraft schwach erlebe ich täglich, seit 30 Jahren. Ich fühle Reto und seine Verluste täglich, seine Worte während der Sendung sind wohltuend. Danke.
Selbst betroffen von Chronischem Fatigue, vielen Dank für diese Sendung.
Genial, wie Reto am Glauben festhält, trotz seinen Einschränkungen, die nicht sofort erkennbar sind.
Reto Kaltbrunner hat eine bemerkenswerte Lebenseinstellung und Akzeptanz seines Leidens. Dies finde ich beeindruckend und bewundernswert!
Ihre Sendung hilft mir, durch den Alltag zu kommen Herzlichen Dank.
Danke für dieses wunderbare Interview, das mich sehr beeindruckt und zum Nachdenken gebracht hat!
Meine Hoffnung ist, dass mit dem Buch anderen Betroffenen Verständnis und Ermutigung zuteil wird. Danke herzlich, bin berührt worden.
Die Sendung mit Reto Kaltbrunner hat mich beeindruckt und berührt.
Sehr interessante Sendung! Meine Hoffnung ist, dass das Verständnis und Mitgefühl für Fatigue und Covid Kranke erhöht.
Hoffnung in Bezug auf chronisches Fatigue und Long Covid
Aktuell bin ich dabei, ein Büchlein mit den wichtigsten Stationen meiner „Reise“ zusammen zustellen. Dies nimmt etwas mehr Zeit in Anspruch als ich gedacht habe – einmal mehr überschätzte ich meine kleinen Ressourcen. Ja, ich muss mich immer noch an meine eng gesteckten Grenzen gewöhnen…
Aber es wird definitiv ein Gewinn für alle Betroffenen und jene, die mehr über das Leben mit Fatigue erfahren möchten!

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