Reto Kaltbrunner

Wie geht es Reto Kaltbrunner heute?

Rückblick und Einblick

Viele möchten wissen wie es mir heute geht – schliesslich sind schon wieder fast zwei Jahre vergangen, seit ich mein Buch fertig geschrieben und dem Verlag übergeben habe. Was hat sich in meinem Leben und meiner Gesundheit verändert? In diesem Artikel beantworte ich nicht nur diese Fragen, sondern nutze die Gelegenheit auch für einen Rückblick auf die letzten Jahre meines Lebens. Und es erwartet Dich, lieber Leser, liebe Leserin, eine sehr erfreulich Mitteilung!

Ende September 2024 wurden Corinne und Reto Kaltbrunner aus ihrem langjährigen Engagement im ICF St. Gallen als Gründer und leitende Pastoren herzlich entlassen. Die Kirche schaute in einer feierlichen Celebration auf eine ereignis- und segensreiche Zeit zurück. Die Familie Kaltbrunner darf/muss sich jetzt mit einer neuen Zukunft auseinanderzusetzen.

Emotionales Video mit Rückblick, der Verabschiedung von Corinne & Reto Kaltbrunner und der Übergabe an das neue Pastorenpaar Bächtold

One Team, one Goal, one God

Corinne und ich haben uns um das Jahr 2000 im ICF Zürich für eine Beziehung mit Jesus entschieden, uns ineinander verliebt und uns noch während der Kennenlernzeit für eine gemeinsame Zukunft als Pastoren entschieden. Seit dem Start unserer Beziehung war für uns klar, dass wir als Team durchs Leben gehen wollen. Denn „Teamwork makes the dream work“.

So haben wir uns schon damals gemeinsam in die Jugendarbeit investiert und zusammen eine Smallgroup (‚Workshops‘ hiessen die Kleingruppen dazumal) geleitet.

Leo Bigger sah schon früh unser Potential als Pastoren und so fragte er, ob wir uns vorstellen könnten eine ICF-Church in St.Gallen zu gründen. Da ich mich dazu berufen sah, war unsere Antwort schnell klar.

Neue Heimat, neue Freunde, neue Arbeit

Im Sommer 2002 heirateten wir bei wunderschönem Wetter unter freiem Himmel auf dem Aussichtspunkt Pfannenstiel.

Nach unkonventionellen Flitterwochen auf Zypern (aufgrund unseres bescheidenen Budgets) sind wir dann im zarten Alter von 23 Jahren, noch grün hinter den Ohren, zusammen mit unserem Freund Raphi Sauder (gleichzeitig unser Trauzeuge) vom Zürcher Oberland in die Ostschweiz gezogen. Heute sind wir hier zuhause und Fans des FC St.Gallen.

Am ersten Tag in der neuen Heimat feierten wir dann die märchenhafte Hochzeit unserer damals neuen, heute langjährigen Freunden, Oli & Fabienne Enderli.

Bald darauf starteten wir mit einer Gruppe St.Gallern, ohne Gebäude und mit kleinem Budget unsere grossen Pläne. Corinne arbeitete damals Teilzeit im Service; zuerst im Restaurant Christinas, später dann im Salina. Im „Christinas“ an der Webergasse (heute Restaurant la bocca city) wurde ich nach meinem Teilzeitjob im Callcenter (den ich aufgrund Gewissensbissen gekündigt habe) auch angestellt. Mit den Jahren wuchs die Kirche und so konnte ich zuerst Teilzeit und später Vollzeit angestellt werden.

Familie Kaltbrunner (Sektion Ostschweiz)

Nachdem unser ICF-Baby etwas gewachsen war, erweiterte sich unsere Familie schon bald mit der Geburt unseres ersten Sohnes. Wir wussten, dass wir noch weitere solcher süssen, kleinen Menschen wollten!

Foto während unseres Aufenthaltes im ICF Kambodscha

Heute sind unsere vier Jungs gross, stark und cool!

Die positive Entwicklung unserer Familie ist einerseits sicher den vielen Gebeten (auch den deinen) zu verdanken! Aber auch der Tatsache, dass unsere vier Kinder einen Teil ihrer Schulzeit dank zahlreicher, großzügiger Spender in christlichen Privatschulen verbringen konnten, wo die Schüler nicht nur in den gängigen Fächern hervorragend gefördert werden, sondern auch in Glaubens-Themen.

Eine ständige Herausforderung: Meine Gesundheit

Meine gesundheitliche Situation fordert uns immer wieder heraus, das erste Mal bereits kurz nach unserer Hochzeit. Aufgrund mehrerer Angina-Erkrankungen habe ich mich damals dazu entschieden, meine Mandeln entfernen zu lassen. Das war allerdings wegen meiner Blutgerinnungsstörung komplizierter als geplant. Bei der Operation blutete ich überdurchschnittlich fest und war darum noch einige Tage im Spital. Leider musste ich kurz nach meiner lang ersehnten Heimkehr erneut ins Spital einrücken: Die Wunden waren noch zu wenig verheilt, platzten zuhause auf und mussten erneut unter Vollnarkose genäht werden.

Nachdem wir das überstanden hatten, war ich trotzdem immer wiedermal krank; Gliederschmerzen und bleierne Müdigkeit wie bei einer Grippe. Aber einen Infekt konnte man meistens nicht nachweisen. Vor einigen Monaten erhielt ich nun die Diagnose Rheuma und wir vermuten, dass ich schon damals regelmässig Rheumaschübe hatte. Diese konnte ich seit letztem Jahr dank der Hilfe meines sehr guten Rheumatologen mit einer wöchentlichen Spritze so weit „unter Kontrolle“ bringen.

St.Galler Tagblatt, 28.4.15

Ein weiteres einschneidendes Erlebnis war mein Mountainbike-Unfall: Eigentlich wollte ich mit Oli nur eine kleine Feierabendfahrt unternehmen. Im Wald bin ich dann allerdings auf einer steilen Abfahrt schwer gestürzt, musste mit dem Krankenwagen abgeholt und mehrmals an der Wunde bei der rechten Hüfte operiert werden.

Die Betreuung im Spital war gesegnet: Zwei Krankenschwestern waren vom ICF und mit der Familie meines Narkosearztes sind wir heute befreundet.

Leider plagen mich immer noch Muskel- und Gelenkschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten, sowie das chronische Fatigue. Wir warten nun auf Bescheid der IV, um unsere finanzielle Zukunft etwas planen zu können.

Ich möchte hier betonen, dass wir in diesem „dunklen Tal“ Gottes Liebe und seine Versorgung treu erleben. So bestätigt sich die Zusage aus Psalm 23: Unser gute Hirte wartet nicht erst am Ende des Tals auf uns, sondern er geht mit uns hindurch und lässt uns nicht alleine!

Update zu meiner Gesundheit

Leider kann ich noch von keinem Heilungswunder berichten. Meine Energie ist immer noch stark reduziert und ich muss mit Muskel-, Gelenk- und Rückenschmerzen fertig werden. In den letzten Monaten hat sich zudem meine Konzentrationsfähigkeit verschlechtert – auch jetzt, nach einigen Minuten Schreiben, setzt Schwindel ein.

Seit einigen Monaten werde ich am LongCovid-Ambulatorium des Kantonsspitals St.Gallen behandelt. Dort geniesse ich professionelle Ergo- und Physiotherapie. Zusätzlich habe ich einmal wöchentlich Psychotherapie.

Gleiches Buch, neues Kapitel

Corinne und mir ist bewusst geworden, dass sich unsere Berufung nicht verändern wird. Gott hat uns schon immer aufs Herzen gelegt in andere Menschen zu investieren und ihnen zu helfen, aufblühen zu können. Unsere Berufung ist wie ein Buch. Jetzt beginnt lediglich ein neues Kapitel.

Buch des Autors Reto Kaltbrunner
Das Buch von Reto Kaltbrunner ist in allen gängigen Bücherläden erhältlich

Apropos „Buch“: Im Februar 2024 ist der Verkauf von MIT GANZER KRAFT SCHWACH gut angelaufen. Ich schreibe trotz Krankheit weiterhin gerne, einfach einiges langsamer (oder „gemütlicher“). Vorerst will ich meine Berufung mit dieser (Auf-)Gabe kombinieren und weiterhin hier Artikel veröffentlichen. 2026 darf ich erneut beim SCM-Verlag ein Buch herausgeben: Es wird ein Andachtsbuch, speziell für chronisch kranke Menschen. Ich freue mich darauf!

Good News: MIT GANZER KRAFT SCHWACH geht in die 2. Auflage und erscheint ausserdem in Portugiesisch, Englisch und Albanisch! Dies ist möglich dank meiner guten Freunde, die die Übersetzungsarbeit aus Überzeugung und ehrenamtlich machen. Sie sind von der Botschaft meines Buches begeistert und helfen dabei, diese in weitere Länder zu tragen.

Vom Buchverkauf kann ich ausserdem nicht leben, denn die Tantiemen sind sehr niedrig. Diese Arbeit mache ich wie gesagt aufgrund meiner Berufung. Der Gewinn reicht leider bei weitem nicht, um davon leben zu können.

Unsere Zukunft? Ungewiss aber sicher!

Wie geht es weiter – jetzt, da ich arbeitslos bin? Wird Gott uns eine neue Aufgabe geben? Wird er mich heilen und uns die Kraft geben, diese zu verwirklichen? Oder werde ich IV-Rentner wegen meiner gesundheitlichen Einschränkungen? Wird mir vielleicht eine Rente verwehrt? Von was leben wir dann? Werde ich ein Heilungswunder erleben? Viele offene Fragen… 

Es bleibt uns das Vertrauen auf Gott, dass ER spätestens rechtzeitig eingreifen wird! Und das wollen wir tun; auf unseren Herrn Jesus vertrauen. Gemeinsam sind wir ein Team, Corinne und ich, unsere vier Jungs und Jesus. Gemeinsam sind wir stark!

Wir wissen zwar nicht was die Zukunft für uns bereithält, aber wir wissen WER unsere Zukunft in seinen Händen hält: Jesus!

„Denn ich allein weiß, was ich mit euch vorhabe: Ich, der Herr, habe Frieden für euch im Sinn und will euch aus dem Leid befreien. Ich gebe euch wieder Zukunft und Hoffnung. Mein Wort gilt!“ Jeremia 29:1

Wir werden weiterhin auf den Höchsten vertrauen und unsere Zuversicht nicht wegwerfen. Wir wollen auch die vergangenen Segnungen nicht vergessen, wir sind dankbar für alles Gute, was Gott uns geschenkt hat und was er uns noch schenken wird.

„Werft also eure Zuversicht nicht weg – sie hat großen Lohn!“ Hebräer 10,35

Rückblickend fühlen wir uns gesegnet durch unsere Ehe, unsere vier Jungs und die erweiterte Familie. Auch sind wir Gott dankbar, dass wir eine Kirche gründen konnten, die jetzt mit tollen Pastoren weiterwächst. In den letzten 22 Jahren entstanden zudem viele wundervolle Beziehungen, die ein offensichtlicher Segen sind.

Danke für Dein Interesse! Ich werde hier weiterhin gelegentlich ein Update von mir veröffentlichen – darum lohnt es sich, meine Homepage zu abonnieren:

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Herzlich,

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