„Zu viel Stress? Burnout? Ich doch nicht!“ Lange Jahre war ich unbewusst der Überzeugung, dass Stress nur ein Gefühl sei, das uns zur inneren Orientierung diene; damit wir spüren, wenn wir eine Pause brauchen. Heute weiss ich, dass Stress nicht nur gefährlich und giftig sein kann – Stress kann Krankheiten verursachen und sogar einen Menschen töten!
Stress löst einen chemischen Prozess aus
Dass Stress ein Hormon ist, habe ich während meiner sechswöchigen Reha anfangs 2022 gelernt. Es gab Vorträge zum Thema und ich habe die Zusammenhänge und Auswirkungen von Stress am eigenen Körper erlebt.
Es gehört zum Allgemeinwissen, dass übermässiger Stress zu teils fatalen Reaktionen, z.B. zu einem Herzinfarkt, führen kann. Doch welche chemischen Prozesse im Körper verursachen, dass sich der Herzmuskel derart stark verkrampft?
Das macht dich hart (und führt zum Burnout)
Schon mal was von Faszien gehört? Faszien ummanteln unsere Muskeln, sie reichen von den Fusssohlen bis zum höchsten Punkt am Kopf. Wenn Faszien sich zusammenziehen, gibt das Muskelschmerzen. Wenn Faszien sich nicht entspannen können, verhärten sich die Muskeln immer mehr. Das führt zu einer erhöhten Anspannung und kann ein einengendes Gefühl verursachen.
Diese vier Dinge verspannen unsere Muskeln, machen sie hart und eng:
- Zu viel Bewegung
- zu wenig Bewegung
- Zu wenig Flüssigkeit (während mehrerer Wochen)
- Zu viel Stress über zu lange Zeit
Wenn die Anspannung bleibt
Am Feierabend suchen wir Entspannung – am liebsten möglichst einfach und schnell! Beliebte Helfer sind Alkohol und Tabak. Diese eignen sich allerdings nicht zur Entspannung. Im Gegenteil: Sie belasten den Körper!

Alkohol: Man schläft vielleicht schneller ein, aber der Schlaf ist oberflächlicher und weniger erholsam. Ausserdem verbraucht der Körper wertvolle Energie, um den Alk. abzubauen!
Tabak: Beim Rauchen ziehen sich die Blutgefässe zusammen und bremsen die Blutzirkulation. Der Körper braucht zur Erholung allerdings weite Gefässe, damit das Blut zirkuliert und seinen Job machen kann.

„Ihr Serotoninspiegel ist völlig erschöpft.“
Wayne Cordeiro erlebte ein Burnout und zitiert im Buch Leading on empty eine Erklärung seines Artzes: „Serotonin ist ein chemischer Stoff wie ein Endorphin. Es ist ein natürliches Wohlfühl-Hormon. Es füllt sich in Ruhephasen auf und versorgt Sie während der Arbeit mit Energie. Wenn Sie sich jedoch weiter anstrengen, ohne sich aufzufüllen, wird Ihr Serotoninvorrat erschöpft sein.
Als Ersatz ist Ihr Körper dann gezwungen, das Serotonin zu ersetzen – mit Adrenalin. Das Problem ist, dass Adrenalin nur für den Notfall gedacht ist. … Wenn Sie weiterhin auf Adrenalin laufen, wird das Ihr System zerstören. Sie werden innerlich schneller ausbrennen, als sie äußerlich sehen können. Der Treibstoff Adrenalin, der deinen Motor anfangs am Laufen hält, wird sich gegen sie wenden und sie am Ende zerstören.“
Er erklärte: „Serotonin kann verbraucht werden, wenn man nicht in einem Rhythmus lebt, der es ermöglicht, es wieder aufzufüllen. Das passiert bei allen Menschen, aber am deutlichsten ist es bei Führungspersönlichkeiten vom Typ A und bei Menschen, die mit einem Übermaß an Erwartungen leben. Depression übernimmt dann die Stelle der Initiative; Ihre Unentschlossenheit und Ängste nehmen zu. Man verspürt ein größeres Bedürfnis nach Alleinsein und Isolation.
Das ist kein Zeichen von Sündhaftigkeit oder Abnormalität. Es ist vielmehr ein Zeichen, dass sie eine Pause brauchen!“
Das bedeutet: Gottes Angebot, uns seine Ruhe zu schenken, besteht auch heute noch.
So gelingt Entspannung
Zuerst muss der Stress weg oder mindestens weniger werden! Das heisst: Stressquellen eliminieren. Dies gelingt nur mit einem ehrlichen Blick auf die eigene Realität! Und dazu gehören nicht nur die äusseren Stressoren (Situationen, Personen, Anforderungen, …), sondern auch die inneren Stressfaktoren (Perfektionismus, emotionaler Stress, Gedanken, …). Einfach alles, was Stress auslöst.
Um diese zu identifizieren und aus dem Weg zu räumen, empfiehlt es sich, einen Coach, Seelsorger oder Psychotherapeuten zur Seite zu haben. Zu zweit gehts besser!
Gleichzeitig kann man sich einiger einfacher Techniken bedienen, um Entspannung zu finden. Dazu muss man sich allerdings selbst so lieb haben, dass man sich auch die notwenige Zeit dazu einräumt!
Ideen, um zu entspannen und Stress abzubauen
- Bewegung (nicht zu viel nicht zu wenig)
- Faszien-Training
- ausgewogene Ernährung (Essen & Trinken)
- Lebensrhythmus (sechs Tage Arbeit, ein Tag Ruhe)
- wohltuende Beziehungen (auch mit Gott)
- ruhige Atmung (gelingt mit Entspannungstechniken)
- Waldspaziergang (die Waldluft enthält mehr Sauerstoff, weniger Feistaub und gesunde Terpene und Terpenoide)
- Selbstreflexion (z.B. Tagebuch führen)


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