Johannes Busch (1905 – 1956)

„Ein Leben wird nur reich, das in Jesus, mit Jesus und für Jesus gelebt wird.“

Johannes Busch

Am Sarg ihres Vater, eines weitherum beliebten Pfarrers, reichten die Brüder Johannes und Wilhelm Busch sich die Hand und verpflichteten sich, das Erbe ihres verstorbenen Vaters mit Gottes Hilfe weiterzupflegen.

Johannes Busch studierte in Tübingen, Basel, Münster und Bielefeld Theologie. Während seiner Zeit in Münster lernte er auch seine Frau Grete kennen. Er liebte es, sich einerseits mit den Gedanken eines Karl Barth auseinanderzusetzen und gleichzeitig die Gemeinschaftsstunden des alten Bauern Bertsch zu besuchen, der vollmächtig die Heilige Schrift auslegte.

Johannes Busch war trotz seiner klaren pietistischen Haltung und seiner aktiven Rolle in der Bekennenden Kirche ein Brückenbauer, weil es ihm allein um die gemeinsame Mitte des Glauben, Jesus Christus, ging. Er sagte nie Kirche, wenn er Jesus sagen musste. „Führt sie zu Jesus! Das ist das Allerwichtigste in all eurer Arbeit. Unser Dienst an jungen Menschen ist soviel wert, als hier junge Menschen den Heiland liebgewinnen“, so lautete seine Anweisung als Bundeswart des Westdeutschen Jungmännerbundes (CVJM) an seine Mitarbeiter.

Johannes Busch wohnte in Witten und leitete den CVJM-Bund von 1935 bis zu seinem Tode 1956. Daneben diente er als Landesjugendpfarrer von Westfalen, als Synodaler in der Evangelischen Kirche, sowie im Vorstand der Evangelischen Allianz, des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes und der Rheinischen Mission. Am Liebsten aber predigte er das Evangelium der rettenden Gnade Gottes. Er fühlte sich dabei oft recht schwach und auf die Hilfe Gottes angewiesen: „Ich glaube, es macht nichts so klein, als wenn man ernsthaft anfängt, das Evangelium zu verkündigen.“ Gleichzeitig konnte er bezeugen: „Wenn wir uns krank gearbeitet haben, predigen wir uns wieder gesund.“ Ihre Mutter beschwor ihre Söhne, „keinen Fingerbreit von dem Zeugnis der Wahrheit abzuweichen.“

Johannes Busch liebte es, mit seinen Kindern zusammen zu singen und ein Familienorchester zu bilden. Auf einer Weihnachtskarte, die von allen seinen Kindern mitunterschrieben war, schrieb er: „Um die Krippe hier stehen lauter armselige Leute, aber sie sind alles Lobsänger. Zu denen wollen wir auch gehören.“

Johannes Busch litt wie sein älterer Bruder Wilhelm während des Naziregimes; vor dem Krieg, weil er Predigverbot erhielt, und während dem Krieg, wo er als Offizier und informeller Pfarrer seinen Militärkollegen seelsorgerlich zu dienen versuchte und schliesslich in Kriegsgefangenschaft geriet.

1956 starb Johannes Busch auf einer Dienstreise zu einem Jugendfest in Trier, als ein betrunkener junger Mann sein Auto rammte. An seiner Abdankungsfeier in Witten nahmen über 10’000 Menschen teil. Viele einflussreiche Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gewerkschaftskreisen beklagten in persönlichen Worten oder in Kondolenzschreiben den grossen Verlust für die männliche Jugend.

Gerhard Schröder, Bundesminister des Innern, schrieb: „Die Nachricht vom Hinscheiden ihres langjährigen Bundeswarts, des Herrn Pastor Busch, hat mich tief erschüttert. Die Lebensarbeit dieses unvergesslichen Mannes wird allen Mitgliedern des Jungmännerwerkes bleibende Verpflichtung sein.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com