David Spleiss (1786-1854)

„Ich möchte einzig danach streben, eine lebendige Darstellung eines Jüngers Jesu zu sein.“

David Spleiss
David Spleiss

In den Jahren 1818 und 1819 strömten aus dem ganzen Kanton Schaffhausen, ja auch aus den Nachbarkantonen Thurgau und Zürich Menschen in das kleine Schweizer Dorf Buch, sodass die Kirche bald nicht mehr alle Menschen fassen konnte. Aussergewöhnliches hatte sich da ereignet. Menschen erfuhren die Gegenwart Gottes auf dramatische Weise. Kinder gerieten während dem Religionsunterricht in Entzückung, sodass man Angst um ihre seelische Gesundheit hatte, bis sie quicklebendig und freudestahlend berichteten, sie seien dem Heiland begegnet.

Menschlicher Auslöser war der gebürtige Schaffhauser David Spleiss.

Dieser war zeitlebens auf der Suche nach der Wahrheit. Er suchte sie vorerst in den Gesetzmässigkeiten der Natur. Seine erste Stelle war die eines Mathematik- und Physikprofessors. In dieser Zeit erlebte er eine geistliche Erneuerung im Umfeld des erwecklichen Dienstes der Baronin Von Krüdener. Fortan war es sein Wunsch, „ein Seelenhirt, ein Lehrer der christlichen Religion“ zu werden, hatte er doch in Tübingen Theologie studiert. Er erhielt bald eine Berufung als Pfarrer ins kleine Schaffhauser Dorf Buch. Noch aber wurde er immer wieder von Einsamkeit und unerfülltem Wahrheitsdurst gepackt. Bei einer Wanderung zu einem Pfarrkollegen erblickte er im Toggenburg ein von der Sonne beschienenes grosses Kreuz. Gott sprach dadurch tief in sein Herz und beantwortete seine Fragen. Spleiss: ,,Was du ein Leben lang gesucht, Wahrheit und Liebe in einem, hier ist’s, in dem Gottessohne, der sich für die Welt hat kreuzigen lassen.“ 1816 verheiratete er sich mit Friederike, einer Tochter aus gutem Hause. Sie war von David Spleiss angezogen, weil sie in ihm einen Fels sah, an dem sie sich „vertrauensvoll anklammern darf“. Spleissens Biograph schreibt, er sei ein „ausserordentlicher und gewaltiger Prediger gewesen. Bald sprach er ruhig wie ein Vater, dann brach er in ein Feuer aus, das ihn und alle Hörer mitriss.“ Die ersten Stunden des Tages und die stillen Stunden der Mitternacht waren stets dem Gebet geweiht. Beim Ertönen der Gebetsglocke verabschiedete sich Spleiss jeweils und zog sich in sein Gebetskämmerlein zurück.

Mehr und mehr wuchs in ihm der Wunsch eines tiefen Geisteswirkens, bis er im Winter 1817 – 1818 ein erstes erweckliches Wirken unter den Konfirmandinnen erlebte. Diese wurden von einer tiefen Sündenerkenntnis ergriffen und nahmen die Vergebung und das Heil in Christus dankbar an. Am 13. April 1818 predigte Spleiss über Matthäus 10,26. „Es is nichts verborgen, das nicht offenbar werde.“ Die Zuhörer waren tief ergriffen. Spleiss zu seiner Frau: „Jetzt ist dem Fass der Boden ausgedrückt!“ Das war der Anfang eines Geisteswirkens, der bald das ganze Dorf erfasste und schliesslich tiefe nachhaltige Auswirkungen weit über Buch hinaus hatte. Ein konkretes Resultat war, dass die Erweckten in Buch die Rettungsherberge „Friedeck“ erbauten, um verwahrloste Kinder aufzunehmen und im Glauben zu unterrichten. Viele Personen wurden nach der Zeit in der Friedeck Missionare der Liebe Gottes, so u.a, auch der spätere Erweckungsprediger Markus Hauser. David Spleiss wurde später zum ersten Stadtpfarrer in Schaffhausen gewählt und wirkte schliesslich während vielen Jahren sowohl als Dekan für die Pfarrerschaft wie als Leiter der Schaffhauser Kirche.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Samuel Hebich (1803 – 1868)

Samuel Hebich

„Gottes Geist soll uns treiben; aber um ihn zu hören, muss man innerlich stille sein, sonst treibt uns unser eigener Geist.“

Samuel Hebich

Der aus dem Württembergischen stammende Samuel Hebich war in mancher Hinsicht ein moderner Apostel Paulus. Nach der Ausbildung am Seminar der Basler Mission reiste er 1834 zusammen mit zwei weiteren Missionaren an die Westküste Indiens aus, in Gebiete, in denen zuvor noch nie eine christliche Mission tätig gewesen war.

Seine kaufmännische Ausbildung kam ihm bei der Gründung von Katechetenschulen, Spinnereien und Ziegelbrennereien zu Hilfe. Dabei setzte er sich dafür ein, dass bei aller Sorge um die Verbesserung der Lebensumstände die Verkündigung des Evangeliums nicht zu kurz kam. Er selbst besuchte regelmässig die Basare und hinduistischen Pilger-und Opferfeste, um vom einen wahren Gott zu reden, der sein Leben für die Menschen gegeben hat. Er erlebte immer wieder, wie man ihn mit Steinen bewarf oder Elefanten auf ihn hetzte. Trotzdem liess er sich durch keine noch so widrigen Umstände davon abhalten, die freimachende Botschaft von Jesus Christus weiterzugeben. Seine Haltung: „Ich tue das oft freudig, oft auch sehr niedergebeugt. Mein Satz ist aber der: je mehr die Leute toben, desto mehr muss ihnen gepredigt werden in der Kraft des Herrn…. Und eine Predigt, die nicht sticht, ist ohne den Heiligen Geist.“ Wo sah Hebich Gottes Geist am Wirken: „Die Gotteskraft besteht in der Liebe, die Liebe ist das Grosse: Gott lieben, Jesus lieben, die Brüder lieben, eine ganz verlorene Welt lieben, und warum? Weil er uns zuerst geliebt hat.“

Weil Samuel Hebich mit Erfolg auch zu den in Indien stationierten englischen Garnisonen predigte, deren Soldaten nach einiger Zeit jeweils an andere Orte versetzt wurden, sprach man später von den „Hebich-Kindern“ in aller Welt. Samuel Hebich predigte das Evangelium furchtlos und ohne jede Zurückhaltung, indem er den einfachen wie gebildeten Menschen ihre Sündhaftigkeit und die Möglichkeit der Vergebung aufzeigte. Hebich: „Wer den engen Weg weiter macht, verfälscht das Evangelium.“ Zentrale Begriffe waren für ihn Umkehr und Heiligung angesichts des drohenden Gerichts Gottes. Sein Ziel war es, Menschen aus der Finsternis ins Licht Christi zu führen. Er erlebte neben Widerstand auch immer wieder erweckliche Aufbrüche, wodurch ganze Gebiete grundlegend verändert wurden.

Nach 25 jährigem Dienst in Indien in die Schweiz zurückgekehrt predigte Hebich gegen eine lau geworden Christenheit und ein „Schaumchristentum“, das die Kraft Gottes verleugnete. „Eine fromme Welt, die nicht bekehrt ist, ist auch bloss tote Welt.. Über allem, was Gott tut, muss mir das Herz hüpfen.“ Das trug ihm manche Anfeindungen nicht zuletzt aus kirchlichen Kreisen ein. Gleichzeitig wurden selbst einflussreiche Persönlichkeiten Jünger/innen Jesu und öffneten dem Evangelium Tür und Tor. Sein grösstes Verdienst ist, dass er mit seiner 25 jährigen Missionsarbeit in Indien ein solides Fundament der indischen Kirche gelegt hat.

Von Samuel Hebich wird gesagt, dass er oft halbe Nächte im Gebet und mit dem Lesen der Bibel verbrachte, „Wir müssen in Gottes Wort hineingehen, und zwar graben darin und suchen und forschen. Ein rechter Bibelleser hat keine Zeit, Unnützes zu lesen – ein paar wichtige Sachen aus dem Reich Gottes und der Mission; aber das Wichtigste ist, das Buch zu lesen.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Christian Friedrich Spittler (1782 – 1867)

Christian Friedrich Spittler

„Was hilft’s, wenn wir beim warmen Ofen und einer Pfeife Tabak die Notstände der Zeit bejammern; Hand anlegen müssen wir, und sei es auch ganz im Kleinen.“

Christian Friedrich Spittler

Zur Zeit der napoleonischen Wirren war Basel voller Soldaten, die zum Teil aus weit entfernten Ländern gekommen waren, um als Alliierte die Angriffe Napoleons abzuwehren. Spittler wurde 1805 zum Sekretär der Christentumsgesellschaft berufen, die 1780 auf Initiative des Augsburger Pfarrers Johann August Urlsperger „zur Beförderung wahrer Gottseligkeit“ gegründet worden war. Spittler wandte sich an die Basler Bevölkerung, ihre Herzen für die Menschen aus allen Herren Länder zu öffnen und für die Verwundeten freiwillige Krankenpfleger zu stellen. Viele der Fremden kamen aus muslimischen Ländern des Kaukasus und des Nahen Ostens. Spittler rief auf, praktisch Hand anzulegen. „Den Strom des Verderbens können wir zwar nicht aufhalten, aber unsere Sache ist es, Einzelnen aus demselben herauszuretten.“ Spittler war ein Beter. Pflegetochter Susette: „Wie oft traf man ihn auf den Knien liegend, wenn man unversehens ins Zimmer trat.“. Spittler: „Ich habe viele Posten, worüber ich mit meinem Gott reden muss.“

Christian Friedrich Spittler war nicht nur ein Mann mit einer Glaubensvision und ein Beter, er war in gleichem Masse ein begabter Unternehmer, eine Gründerpersönlichkeit sondergleichen. In 60 Jahren gründete er über 20 sozialdiakonische und missionarische Werke, so die Basler Bibelgesellschaft; die Basler Mission, die zu einer der bedeutendsten Missionswerke heranwachsen sollte; das Judenmissionswerk, später Verein der Freunde Israels; das Rettungshaus für Kinder aus sozial prekären Verhältnissen in Beuggen; die Griechenanstalt später Taubstummenanstalt; die Pilgermission St. Chrischona „,damit aus Christen nicht wieder Heiden werden“; das Kinderspital Basel; das Riehener Diakonissenhaus; das Syrische Waisenhaus in Jerusalem. Noch in seinem Todesjahr gründete er eine Missionsschule für Flüchtlinge aus Abessinien, heute Äthiopien. Spitler sah sich als Handlanger Gottes, durch den Gottes Liebe sichtbar werden sollte. „Unser Präsident soll Jesus Christus sein. Der Herr gebe mir Gnade, dass ich mich stets als Ton seiner Barmherzigkeit formieren und gebrauchen lassen kann.“ Wo Not war, sah er sich von Gott gedrungen, Glaubensgeschwister zur Tat zu rufen. „Ach, wie viel Trauriges kommt hierbei zum Vorschein, wie wenig Liebe, Demut und wieviel Selbstsucht auch unter uns Christen! Jeder sucht das Seine.“

Bei allem Einsatz zur Linderung der praktischen Nöte, sah Spittler die Grenzen rein materieller Hile, „Wahrlich, kommen die Menschen nicht zu Gott und zu der Bibel zurück, so helfen alle menschlichen Unterstützungen nichts.“ Spittler betonte, dass zuerst wir Christen selber immer neu Veränderung benötigen, um bereit zu sein, Opfer zu bringen. „Wie viele Opfer werden irdischen Zwecken gebracht und wie wenig eigentlich für himmlische. Dies könnte uns einst reuen in der Ewigkeit. Drum lass uns wirken, solange es Tag ist. Ja er wirke in uns und allen seinen Kindern eine kräftige Erneuerung des Heiligen Geistes, damit wir in dieser letzten betrübten Zeit das tun können, was notwendig ist und was er von uns fordern wird, wenn er kommt, um Rechnung zu halten mit seinen Knechten.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Niklaus Wolf von Rippertschwand (1756 – 1832)

Niklaus Wolf von Rippertschwand

„Es gibt eine Armee, die mehr ausrichtet als Napoleon und seine Soldaten.“

Niklaus Wolf von Rippertschwand

Niklaus Wolf wuchs als katholischer Bauernsohn in Rippertschwand in der Zentralschweiz auf. Er übernahm später den Hof und gab ihn mit 50 Jahren wieder an seinen Sohn weiter. Niklaus Wolf verband Bodenständigkeit und Interesse am Weltgeschehen mit einem tiefen Glauben an die Macht Gottes. Sein Wahlspruch lautete: „Zur Ehre des heiligsten Namens Jesus, zur Errettung der Menschen und zum Sturz der Hölle.“ Während der französischen Revolution unter Napoleon diente er kurze Zeit im Luzerner Parlament und später als Gemeindevorsteher von Neuenkirch.

Er war ein starker Kritiker der „,Neuerer“ in Politik und Kirche. Während das alte Staatswesen auf Glaube und Moral aufgebaut gewesen sei, wollten die „Neuerer“ alles Heilige und Bewährte niederreissen und würden Lebensgenuss über Gewissenstrost und Schein über Wahrheit erheben. Er empfand zunehmend, dass mit menschlichen Mitteln allein keine Wende erreicht werden kann. Niklaus Wolf rief zum ernsthaften Gebet auf: „Wir Männer müssen, anstatt nur zu politisieren, uns regelmässig zum Gebet treffen. Mit Waffengewalt können wir nichts unternehmen. Aber es gibt geistige Waffen, die wollen wir ergreifen.“ Er gründete überall Männergebetsgruppen, „da die Frauen ja ohnehin leichter beten als die Männer.“ Zudem versammelte er seine Familie und die Mitarbeiter des Hofes jeden Abend zu einem Gottesdienst. Die Urchristen hätten sich ja auch in ihren Häusern getroffen. Er führte Neuerungen in der Landwirtschaft ein und zog sich aus der Politik zurück, was ihm erlaubte, täglich drei Stunden in der Fürbitte für einzelne Menschen und für das Land zu verbringen. Er war der Überzeugung, dass „wir vor Gott auf den Knien am Grössten sind“.

Nachdem er zweimal in persönlichen Krankheitsnöten den Namen Jesus um Hilfe angerufen hatte und jedes Mal auf der Stelle geheilt wurde, begann er auch für andere Menschen um Heilung von Krankheit und Befreiung von dämonischen Zwängen zu beten. Dabei erlebte er zahlreiche zum Teil ausserordentliche Gebetserhörungen. Das sprach sich herum. Immer mehr Menschen besuchten „Vater Wolf“ in Rippertschwand und baten um Gebet. Dieser bezeugte allen, dass „der heiligste Name Jesus Macht hat über alles im Himmel, auf Erden und in der Hölle.“ Wenn dadurch Gott verherrlicht würde, warum sollte es dann nicht geschehen, dass Kranke auf Gebet hin gesund würden. Es ging ihm nicht nur um körperliche Heilung, sondern dass Menschen als Folge der erlebten Gnade Gottes ihr Leben Jesus weihten und Werkzeuge seines Friedens würden: „Oh, wenn wir Jesus recht lieben und mit ihm und in seinem Namen wider die Hölle streiten würden, wie grosse Verherrlichung des heiligen Namens Jesu würde geschehen, wie viele Sünder bekehrt, wieviele Uneinigkeit würde behoben.“

Niklaus Wolf war Mitbegründer und Förderer vieler Glaubenswerke, die zum Teil bis heute fortbestehen, so des Schwesterninstituts Baldegg, der Inländischen Mission und des Vereins zur Glaubensverbreitung.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

DER BLAUE PLANET (3/3)

Gott, der HERR, brachte den Menschen in den Garten von Eden. Er gab ihm die Aufgabe, den Garten zu bearbeiten und ihn zu bewahren. 1. Mose 2,15

Wie können wir den blauen Planeten ganz praktisch in der heutigen Zeit bearbeiten und bewahren?

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Meine Frau und ich haben einen NEXT STEP definiert: Ein Gemüseabo beim Bauern aus der Region. Kein Gemüse von weit weg mehr! Nur noch Saisonales. Zum Beispiel:

Herzlichen Dank für die Ideen von …

… Christoph:

Als Vegetarier beschäftige ich mich seit knapp 8 Jahren mit dem fleischlosen Lebensstil und was es für die Umwelt bedeutet. Neben der oftmals katastrophalen Tierhaltung und Tierleid geht es beim Fleischkonsum um noch viel mehr. Es werden unglaublich viele Ressourcen zerstört. Ein Artikel dazu:

https://www.tagesanzeiger.ch/wissen/natur/fleisch-der-heimliche-umweltzerstoerer/story/31730194

Mein NEXT STEP: Bei Kleidung und Schuhen genauer hinschauen und vermehrt auf Fairtrade und Nachhaltigkeit schauen.

… Giulia:

Dieses Thema beschäftigt auch mich schon einige Zeit. Ich finde es allerdings sehr herausfordernd und teilweise auch energieraubend.

Was mache ich bereits? Abfall Trennung, beim Einkauf achte ich auf Produkte der Region oder Bioprodukte. Ich kaufe kein Schweinefleisch. Ich handle nach meinem Gewissen in diesem Bereich.

… Emanuel:

Als Hausmann ist das Kochen für die Familie manchmal echt schwierig. Es soll gesund, klimafreundlich bezahlbar und schmackhaft sein, da die Kids sonst (fast) nichts essen. Dann ist es oft einfacher, schneller und weniger frustrierend mal eine Bratwurst auf den Grill zu hauen. Ich versuche, wo immer möglich auf Eier zu verzichten, wir kaufen nur Freilandeier.

Mein NEXT STEP: Fleischkonsum durch alternative schmackhafte Menüs noch mehr reduzieren.

… Oli:

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das mir von klein auf mitgegeben wurde. Dinge wie: kein Essen wegzuwerfen, auch gebrauchte Kleider oder Alltagsgegenstände zu kaufen, kürzere Distanzen mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zu fahren oder Ferien in der Nähe zu schätzen, habe ich von meinen Eltern gelernt. Solche Werte haben wir auch an unsere Kinder weitergegeben. Eine gesunde und massvolle Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil eines nachhaltigen Lebensstils. Nachhaltig soll ich nicht nur mit der Umwelt sondern auch mit meinem Körper umgehen. 

Das Thema Fleisch beschäftigt mich auch beruflich jeden Tag. Fleisch ist eine wichtige Proteinquelle und enthält lebenswichtige Nährstoffe, die nicht einfach durch pflanzliche Produkte zu ersetzen sind. Beim Fleisch gibt es aber sehr grosse Unterschiede, was den ökologischen Fussabdruck und die Ethik betrifft. Einerseits geht es um die Art des Fleisches. 200 Gramm Rindsfilet aus Argentinien haben einen ganz anderen Einfluss auf die Umwelt als eine Portion Chicken Nuggets aus Schweizer oder europäischem Fleisch. Zudem kommt es auf die Standards bei der Tierhaltung drauf an, wo unsere Schweizer Bauern und Metzger im europäischen Vergleich die höchsten Standards erfüllen. Unsere Devise: weniger Fleisch, dafür bessere Qualität. Das ist nicht nur für die Tiere, die Landwirte und die Arbeitnehmer in den Metzgerbetrieben gut, sondern auch für uns mehr Genuss.

Unser NEXT STEP: Wieder ein gemischtes Paket («Nose to Tail») vom Bio-Rind vom Bauer im Dorf kaufen, einfrieren und damit diesen Sommer den Versuchungen von Billig-Grill-Fleisch im Aktionsangebot widerstehen zu können.

Hier eine Übersicht zum CO2 Ausstoß der einzelnen Lebensmittel:

… Sabrina:

Tiere: Starte einen Versuch und lege pro Woche einen veganen Tag ein. Keine Milch (ist eigentlich für Kälber), keine Eier (Männliche Küken werden geschreddert), Kein Fleisch (Tiere werden zu eng gehalten und als Ware statt als Lebewesen behandelt), kein Fisch (Überfischung der Meere, Beifänge wie Delfine)

Umwelt: Fliegen verursacht enorm viel CO2. Plane deine nächsten Ferien in der Nähe, sodass du mit Zug, Bus oder Auto hinfahren kannst. Interrail ist z.B. ganz toll für Ferien in Europa. (War letztes Jahr damit in Spanien)

Bio: Pestizide verseuchen die Gewässer und töten z.B. Bienen.  Bio ist zwar teurer, aber du tust damit der Umwelt etwas Gutes und gleichzeitig auch deinem Körper, der auch einen Teil der Pestizide aufnimmt.

Kleidung, Möbel etc.: Die Herstellung von Kleidern und Gegenständen braucht enorm viele Ressourcen. Probiere Second Hand aus! Es gibt so tolle Läden in der Region oder auch onlinestores, wie z.B.:

… Seraina:

Ich finde das Thema auch mega spannend aber gleichzeitig wie du herausfordernd. Egal welchem Bereich man sich annimmt, man stößt relativ schnell an. Sei es mit der Ernährung, der Mobilität, dem Konsum, der Kleidung…

Bei mir wurde in den letzten Monaten die Geldanlage immer mehr ein Thema. Auf dem Sparkonto zu lassen lohnt sich auf die Dauer irgendwie nicht. Aber mit den Fonds, wo ich als unwissende Anfängerin angefangen hatte zu investieren, habe ich Dinge unterstützt die ich überhaupt nicht wollte. Über eine Instagramwerbung bin ich dann auf Yova, ein Schweizer Startup, gestossen, das sich dem Impact Investment annimmt. Dort kann man seine Ausschlusskriterien angeben, die man auf keinen Fall unterstützen möchte und gleichzeitig Themen wählen, in die man investieren will. Obwohl die Kurse mit der Coronakrise ja mega abgestürzt sind, bin ich trotzdem froh, dass mein Geld keine Waffenproduktion, fossile Energien oder Ausbeutung unterstützt.

Das Zweite, das ich angefangen habe, ist bei einer Freundin in Solothurn ab und zu ein T-Shirt zu bestellen. Sie hat vor zwei Jahren ihr eigenes Atelier eröffnet und sich auf maßgeschneiderte Shirts für Frauen spezialisiert. Sie näht alles selber und der Stoff, den sie verwendet, ist «Abfall» von grösseren Schweizer Produzenten. Also auch sehr nachhaltig. Es kostet etwas mehr als ein Shirt im H&M aber ich habe mega Freude an meinen bisherigen Errungenschaften. 

www.chleid.ch

... Susanne:

In Rheineck öffnet im September ein Lädeli: Unverpackt.

Nahrungsmittel, die man mit stoffsäckli, Tupperware und so weiter einkaufen kann; kein Abfall. Ich freue mich auf diese Art Einkauf! Unter www.unverpackt.ch sind auch andere Standorte ersichtlich.Gemüse/ Früchte vom Bauer mit stofftasche einkaufen gefällt mir auch.

... Anna&Alex:

  • Verzicht auf Plastiktütchen für loses Obst oder Gemüse im Einkaufsladen.
  • Anstatt von künstlichen Peelings aus dem Drogeriemarkt, füllen wir benutztes Kaffeepulver (aus dem Filter oder dem Auffangbehälter) in ein Schüsselchen und stellen es in die Dusche. Zusammen mit etwas Duschgel auf der Hand, ist es ein intensiveres Peeling als die, die es im Geschäft zu kaufen gibt. Nachhaltig, günstig und tut gut 🙂
  • Stoffservietten, die wir nach ein paar Tagen in die Wäsche tun, statt Papierservietten/Zewa. 
  • Statt Sprudelwasser zu kaufen, Wasser zuhause selbst sprudeln.
  • Kerzen sind oft aus Paraffin (Erdöl-Produkt). Nachhaltigere (und leider etwas hochpreisigere) Alternativen sind Kerzen aus Raps, Soja oder Biomasse (z.B. Teelichter:  https://www.waschbaer.ch/shop/oeko-teelichter-300er-set-24131?searchPage=1&searchRow=25 
  • Oder Stumpenkerze:  https://www.waschbaer.ch/shop/oeko-stumpenkerze-30472?searchPage=2&searchRow=4&G=4476 ). 
  • Gebrauchte Möbel statt neue Möbel. Vor allem, da St. Gallen eine Studentenstadt ist, gibt es regelmässig gute Angebote. Die Facebook Gruppe  Sharing is Caring Universität St. Gallen hat viele Angebote, die oft auch auf dem Facebook Marketplace in der Region St. Gallen zu finden sind. Wir haben, wenn immer wir etwas gebraucht haben, erst einmal in Facebook oder auf  Ricardo.ch geschaut und etwas abgewartet, oft fanden wir dann mit etwas Flexibilität was wir brauchten 🙂
  • Gegenstände, wie Bohrmaschinen und Werkzeuge leihen statt kaufen. Nicht jeder Haushalt muss all diese Gegenstände herumliegen haben, wenn sie nur sehr selten genutzt werden. 

All das scheint für sich allein gesehen zwar fast unbedeutend, aber auf all unsere Lebensjahre auf der Erde gesehen, macht jede noch so kleine Geste einen Unterschied die Schöpfung zu bewahren, finden wir 🙂 

Es gibt sicher noch so vieles mehr, das wir tun könnten. Da das Thema uns auf dem Herzen liegt, versuchen wir soweit möglich unser Bestes zu tun und sind daher sind wir gespannt und dankbar für jede neue Idee!