Wenn wir etwas wollen, ‚müssen‘ wir es nicht!

»Du solltest dich endlich engagieren!« In der Familie, in der Kirchengemeinde, in deinem Umfeld.

Vielleicht kannst du Sätze dieser Art nicht mehr hören. Solche Aussagen haben das Potenzial, uns Männer unter Druck zu setzen. Und Druck erzeugt Gegendruck. So haben wir Männer uns schlagkräftige Argumente zurechtgelegt, um solch mühsamen Aufforderungen effektiv entgegenzuwirken.

OHNE DRUCK

Aber es gibt auch Männer, die von sich aus, ohne Druck von außen, aufstehen, mitmachen, reifen, sich verändern, von der Bank aufs Spielfeld wechseln. Es scheint einigen sogar echt Freude zu machen, in der Kirche, der Nachbarschaft und der Familie zu dienen – und dies ohne Entlohnung. Wie ist das möglich?

Sehen wir uns doch Dionysius an. Über ihn erfahren wir nur wenig in der Apostelgeschichte. Doch dem Verfasser war es scheinbar wichtig, diesen Mann zu erwähnen. Dionysius war offensichtlich ein Athener Bürger. Er gehörte zur Oberschicht, zur Elite. Er soll sogar Mitglied des obersten Rates gewesen sein, dem sogenannten »Areopag«! Somit war er nicht nur wohlhabend, sondern auch einflussreich und angesehen. Im Anschluss an Paulus‘ berühmte Rede auf dem Areopag hat Dionysius seinem Leben eine neue Richtung gegeben: Er wurde Christ und später sogar Bischof von Athen.

Wie kam es dazu? Dazu schweigt die Bibel. Entweder haben ihn die Argumente des Paulus überzeugt oder er hat durch das Evangelium Hoffnung, Mut und Kraft geschöpft. Vielleicht war es auch eine Mischung aus beidem oder etwas, worauf ich nicht komme. Welchen Grund siehst du als ausschlaggebend für seine Sinnesänderung, seine Bekehrung, seine Verwandlung? Auf alle Fälle wurde für Dionysius klar, dass er sein Leben in den Dienst von Jesus stellen wird. Er ›musste‹ dies nicht, er ›wollte‹ das. Und das ist der springende Punkt:

Wenn wir etwas wollen, ›müssen‹ wir es nicht. Wir tun es, weil es uns wichtig ist! Im Leben. In der Familie. In der Kirchengemeinde. In der Gesellschaft.

Reto Kaltbrunner

Was sind deine Werte? Ein ‚Wert‘ ist etwas, was mir ‚wert-voll‘ ist.

Wer ein Leben führt, das nicht wirklich seinen persönlich Werten entspricht, wird spätestens in seiner Lebensmitte innehalten und merken, dass etwas nicht stimmt. Man fühlt sich ausgelaugt, gelangweilt. Das Leben scheint sinnlos.

WAS UNS WICHTIG IST

Dionysius hat seine alten Werte eingetauscht. Er hat die Werte übernommen, die Paulus gepredigt hat. Jesus wurde ihm wertvoll und darum wollte er ihm als Bischof von Athen dienen: Koste es, was es wolle!

Wer herausfinden will, was ihm wertvoll ist, kann sich ganz einfach überlegen, was er im Leben besonders schätzt. Worauf möchtest du nicht verzichten? Ohne ‚was‘ oder ‚wen‘ könntest du nicht sein? So kann sich eine Dankbarkeit in dir breitmachen, die vielleicht auch deinem Leben eine neue Richtung verleiht.

Denn Gott, den Menschen, dem Land zu dienen, ist nichts anderes, als auf eine praktische Art »Danke!« zu sagen. Und wer sich dieser Motivation engagiert, ‚muss‘ nicht, der will!

Dieser Text erschien in „SCHWEISSNAHT. DAS MÄNNER-ANDACHTSBUCH“ erhältlich bei der SCM Verlagsgruppe.

Henri Guisan (1874 – 1960)

„Höher noch als die materielle und die moralische Bereitschaft ist die geistige zu bewerten. Unsere Väter waren sich dessen bewusst, sie, die vor jeder Schlacht vor dem Allmächtigen die Knie beugten. Wenn bis heute unter den europäischen Kleinstaaten die Schweiz fast allein von Schrecknissen einer Invasion verschont geblieben ist, so haben wir das vor allem dem Schutze Gottes zu verdanken. Das Gottesbewusstsein muss in allen Herzen lebendig bleiben; das Gebet des Soldaten muss sich mit demjenigen seiner Frau, seiner Eltern, seiner Kinder vereinigen.“

Auszug aus dem Tagesbefehl von General Henri Guisan vom 3. Juni 1940, der sowohl für die Truppe bestimmt war als auch über die Presse und das Radio an das ganze Schweizervolk gerichtet war.

„Wir wollen nun vor allem Gott, dem Allmächtigen, danken dafür, dass unser Land von den Schrecken des Krieges verschont blieb. Eine wunderbare göttliche Fügung hat unser Land unversehrt gelassen.“

Auszug aus dem Tagesbefehl von General Henri Guisan vom 8. Mai 1945 aus Anlass des Waffenstillstands in Europa.

Von General Guisan wird gesagt, dass er täglich vor Gott, dem Allmächtigen, auf die Knie gegangen sei im Bewusstsein, dass alles Gelingen von Gottes Segen abhängt.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Wenn Gott nicht heilt…

Als ich vor vier Jahren chronisch krank wurde, hat das viele Fragen aufgeworfen. Mein Umfeld und ich suchten nach Antworten, wie Gott das zulassen kann.

Nachdem ich alle Sünden bekannte und immer noch krank war, begann ich dieses Glaubenskonzept zu hinterfragen. Wer glaubt, dass alle Krankheiten und Probleme ihren Ursprung im eigenen Fehlverhalten haben, ist glücklicherweise auf dem Holzweg. ‚Glücklicherweise‘ weil es im christlichen Glauben nicht in erster Linie darum geht, sich an Regeln zu halten und alles richtig zu machen.

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Schon immer haben wir Menschen Leid und Krankheit versucht zu deuten und dabei oft vergessen, dass Gott eine Beziehung mit uns haben will. Viele biblische Berichte zeigen auf, dass Gottes Ziel immer Beziehung zum Mensch ist. Wer auf alles eine Antwort braucht, wer alles einordnen und verstehen muss, wird es nicht einfach haben. Antworten können zwar helfen, aber die Suche danach kann auch schaden! Wenn der Wunsch, Gottes Handeln im eigenen Leben zu verstehen einer Unsicherheit, einem Misstrauen entspringt, wird die Suche nicht näher zu Gott, sondern weiter von ihm weg führen.

Gottes Sehnsucht nach Beziehung ist der wichtigste Grund, warum du existierst! Das Verhalten ist sicher nicht unwichtig aber es kommt in Gottes Prioritätenliste nicht an erster Stelle. Weshalb ich mir dessen so sicher bin? Werfen wir einen Blick auf die Heilsgeschichte:
Gott machte den Menschen und merkte bald, dass der Mensch sich einsam fühlte. Also nahm er ein Update vor zum „Menschen 2.0“ und unterteilte ihn in zwei Geschlechter: Mann und Frau. Gott freute sich über die Menschen! Sie lebten in perfekter Harmonie mit Gott im Garten Eden. Wir wissen nicht wie lange das gut ging, aber es kam irgendwann zum Bruch und die Menschen zerstörten ihre Gemeinschaft mit Gott. Die Schlange säte Misstrauen, Adam und Eva brauchten plötzlich Antworten auf Fragen, die vorher keine Rolle spielten. Die Fragen und Zweifel nagten am Vertrauen. Weil sie nicht mehr glaubten, dass Gott nur das Beste für sie will, nahmen sie ihr Schicksal selbst in die Hand, assen die Frucht und mussten das Paradies verlassen. So trennte das Misstrauen die Menschen sofort von Gott, weil sie an Gottes Liebe zweifelten und dachten, dass er ihnen etwas vorenthalten könnte. Die Harmonie war zerstört, nichts war mehr perfekt. Hier stellt sich die Frage: Was war die Ursache der Trennung? Der Biss in die verbotene Frucht oder das Misstrauen Gott gegenüber?

Die Antwort darauf ist entscheidend weil sie unser Gottesbild offenbart. Gott will unser Vertrauen, um darauf eine tiefe Beziehung aufbauen zu können. Wenn dieses Ziel verfehlt wird, beschreibt das die Bibel mit dem Begriff ‚Sünde‘. Sünde ist die Trennung von Mensch und Gott, das Verfehlen des ursprünglichen Ziels, Gemeinschaft mit Gott zu haben. Jesus hat dieses Problem gelöst: Wer ihm vertraut, kann wieder nahe bei Gott sein.

Ich habe bis heute keine befriedigende Antwort für meine Krankheit gefunden. Aber ich habe mich entschieden, Gott auch in dieser Zeit zu suchen und ihm nahe zu sein. Von Herzen wünsche ich auch dir, dass du deine Fragen zwar stellen und Antworten suchen kannst, gleichzeitig aber vertrauensvoll bei Gott bleibst mit der tiefen inneren Gewissheit: „Er weiss was er tut!“.

Dieser Text erschien im ERF Magazin „Antenne“, HIER gehts zur Onlineversion.

Ernst Rudin (1919 – 1997)

„Was du an der stillen Zeit absparst, verlierst du, was du dazufügst, gewinnst du.“

Ernst Rudin

Ernst Rudin hat das Werk des CVJM in der Schweiz massgebend geprägt. Weit über das Jungmännerwerk hinaus, als dessen Sekretär er amtete, hat er durch die „Schulen des Gebets“ und den Gebetsleitfaden „Ruft getrost!“ das Gebetsleben von Tausenden von Menschen geprägt und auf eine neue Ebene gehoben. Er hat so indirekt wesentlich zur geistlichen Gesundheit von Kirchen und Freikirchen beigetragen.

Rudin: „Die Armut vieler Gemeinden ruft nach ‚Notfall-Stationen‘, wo Menschen die Hilfe finden, die sie in der eigenen Gemeinde entbehren müssen. Jeder Dienst soll nicht von der Gemeinde weg, sondern zu ihr hin führen.“

Ein besonderes Anliegen war ihm die Mitarbeiterförderung. Diesbezügliches Vorbild für ihn war der Leiter des CVJM in Westdeutschland, Pfarrer Johannes Busch, den er als Referent zu Mitarbeiterwochen einlud. Rudin: „Durch Johannes Busch schenkte Gott unserem Werk einen geistlichen Aufbruch. Unter seiner vollmächtigen Verkündigung wurden die vorwiegend jungen Teilnehmer vom Geiste Gottes gepackt und willig, sich dem Herrn als Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen.“

Die Reaktion von Johannes Busch auf Gottes Geschehen an jungen Menschen aus allen Berufen und Gesellschaftschichten: „Ich könnte heulen vor Freude!“

Der Dienst von Ernst Rudin als Sekretär des CVJM weitete sich immer mehr über das Jungmännerwerk aus, insbesondere nachdem er 1969 begonnen hatte, mit Mitarbeitern des Blauen Kreuzes zusammen regelmässig Schulen des Gebets durchzuführen. Aus allen Kirchen und Regionen der Schweiz kamen junge und alte Menschen, um beten zu lernen. Dabei lernten sie auch die Wichtigkeit des Segnungsdienstes und der Gebetswache. Bei Letzterer wurden sie angeleitet, während einer bestimmten Stunde nachts zu wachen und zu beten.

Für Rudin war das Gebet der Weg zum Vater, der uns durch seinen Geist sein Wort öffnet und uns in den Stürmen und Ängsten der Welt mit tiefem Frieden erfüllt. Zuerst müsste man lernen, auf Gottes Stimme zu hören. Erst dann könne man in der richtigen Weise darauf antworten.

Für ihn war das Gebet Gottes Geheimwaffe, um Menschen mit Gott in Verbindung zu bringen. Durch Gebet und Lobpreis würde man den Fuss auf das Gebiet des Feindes setzen und die Siegesfahne des Kreuzes hissen, sodass Gottes Gegenwart für alle erfahrbar werde, Er zitierte oft Spurgeon, der einmal sagte: „Christi Heerscharen gewinnen die Schlachten stets auf den Knien.“

Rudin war überzeugt, dass unsere Wirkung als Christen in der Öffentlichkeit direkt im Zusammenhang mit unserem Gebetsleben im Verborgenen steht. Wenn wir beten und loben, würde Gott handeln. Er betonte zugleich, dass manchmal die Frucht der Gebete nicht sofort sichtbar sei, aber dafür sei dann schliesslich die Segensladung oft umso grösser. Als indirekte Frucht des langjährigen Dienstes von Ernst Rudin und der durch ihn geprägten Gebetsleiter/innen entstanden mehrere Gebetinitiativen, die bis heute bestehen, so das „Läbeshuus“ in Heiligenschwendi und das Bartimäus-Gebetshaus in Amden.

Johannes Busch (1905 – 1956)

„Ein Leben wird nur reich, das in Jesus, mit Jesus und für Jesus gelebt wird.“

Johannes Busch

Am Sarg ihres Vater, eines weitherum beliebten Pfarrers, reichten die Brüder Johannes und Wilhelm Busch sich die Hand und verpflichteten sich, das Erbe ihres verstorbenen Vaters mit Gottes Hilfe weiterzupflegen.

Johannes Busch studierte in Tübingen, Basel, Münster und Bielefeld Theologie. Während seiner Zeit in Münster lernte er auch seine Frau Grete kennen. Er liebte es, sich einerseits mit den Gedanken eines Karl Barth auseinanderzusetzen und gleichzeitig die Gemeinschaftsstunden des alten Bauern Bertsch zu besuchen, der vollmächtig die Heilige Schrift auslegte.

Johannes Busch war trotz seiner klaren pietistischen Haltung und seiner aktiven Rolle in der Bekennenden Kirche ein Brückenbauer, weil es ihm allein um die gemeinsame Mitte des Glauben, Jesus Christus, ging. Er sagte nie Kirche, wenn er Jesus sagen musste. „Führt sie zu Jesus! Das ist das Allerwichtigste in all eurer Arbeit. Unser Dienst an jungen Menschen ist soviel wert, als hier junge Menschen den Heiland liebgewinnen“, so lautete seine Anweisung als Bundeswart des Westdeutschen Jungmännerbundes (CVJM) an seine Mitarbeiter.

Johannes Busch wohnte in Witten und leitete den CVJM-Bund von 1935 bis zu seinem Tode 1956. Daneben diente er als Landesjugendpfarrer von Westfalen, als Synodaler in der Evangelischen Kirche, sowie im Vorstand der Evangelischen Allianz, des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes und der Rheinischen Mission. Am Liebsten aber predigte er das Evangelium der rettenden Gnade Gottes. Er fühlte sich dabei oft recht schwach und auf die Hilfe Gottes angewiesen: „Ich glaube, es macht nichts so klein, als wenn man ernsthaft anfängt, das Evangelium zu verkündigen.“ Gleichzeitig konnte er bezeugen: „Wenn wir uns krank gearbeitet haben, predigen wir uns wieder gesund.“ Ihre Mutter beschwor ihre Söhne, „keinen Fingerbreit von dem Zeugnis der Wahrheit abzuweichen.“

Johannes Busch liebte es, mit seinen Kindern zusammen zu singen und ein Familienorchester zu bilden. Auf einer Weihnachtskarte, die von allen seinen Kindern mitunterschrieben war, schrieb er: „Um die Krippe hier stehen lauter armselige Leute, aber sie sind alles Lobsänger. Zu denen wollen wir auch gehören.“

Johannes Busch litt wie sein älterer Bruder Wilhelm während des Naziregimes; vor dem Krieg, weil er Predigverbot erhielt, und während dem Krieg, wo er als Offizier und informeller Pfarrer seinen Militärkollegen seelsorgerlich zu dienen versuchte und schliesslich in Kriegsgefangenschaft geriet.

1956 starb Johannes Busch auf einer Dienstreise zu einem Jugendfest in Trier, als ein betrunkener junger Mann sein Auto rammte. An seiner Abdankungsfeier in Witten nahmen über 10’000 Menschen teil. Viele einflussreiche Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gewerkschaftskreisen beklagten in persönlichen Worten oder in Kondolenzschreiben den grossen Verlust für die männliche Jugend.

Gerhard Schröder, Bundesminister des Innern, schrieb: „Die Nachricht vom Hinscheiden ihres langjährigen Bundeswarts, des Herrn Pastor Busch, hat mich tief erschüttert. Die Lebensarbeit dieses unvergesslichen Mannes wird allen Mitgliedern des Jungmännerwerkes bleibende Verpflichtung sein.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Ernst Aebi (1903 – 1962)

„Wir haben eigentlich ein herrliches Leben: die frohe Botschaft zu verkündigen, uns aufzehren und aufbrauchen zu lassen von Christus und für das Heil verlorener Menschen.“

Evangelist E. Aebi

Ernst Aebi war gleichzeitig Leiter des Schweizer Bibellesebundes wie auch Leiter der Bibelschule Emmaus in Vennes ob Lausanne. Vor allem aber war er zeitlebens Evangelist. Nicht nur in der Schweiz sondern auch in Deutschland fiel seine Verkündigung bei Jung und Alt gleichermassen auf fruchtbaren Boden.

Elisabeth Aebi schreibt in ihrer Biographie über ihren Mann: „Seine Art der Verkündigung wirkte befreiend auf viele Deutsche, bei denen bis dahin eher der Ernst und die Forderungen Gottes im Vordergrund gestanden hatten. Für manche wurde Ernst so zum ‚Botschafter der Freude‘ und das Evangelium mehr denn je zur wirklichen Frohbotschaft.“

Ein deutscher Geschäftsmann drückte es so aus: „Ich glaube, Ernst Aebi war der fröhlichste, sieghafteste Verkündiger des Evangeliums, der je bei uns war. Dabei hatte man den Eindruck, dass er nicht nur von Natur fröhlich war, sondern dass diese Freude vom Herrn selbst geschenkt war.“

Schon als Knabe war Ernst fasziniert von den Jahrmarktschreiern, in der Schweiz ,Billiger Jakob‘ genannt. Die waren überzeugt von dem, was sie verkauften. Ein Freund lud ihn in eine Evangelisationsveranstaltung ein. Aebi: „Zum ersten mal in meinem Leben werfe ich mich auf die Knie. ,Herrgott‘ bete ich, ,wenn du lebst, so hilf mir jetzt, gib mir ein neues Leben.'“

Seine Mutter bekam es zuerst mit der Angst zu tun, als Ernst sie um Vergebung bat. Bis jetzt war er ja so ein aufgeweckter, sportlicher Sohn und nun das. Aber Ernst wollte ein ganzer Christ sein und überall Farbe bekennen und zu seinem neugefundenen Glauben stehen. In der Pfingstgemeinde in Bern erlebte er die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Er bekam bald die Gelegenheit, seine evangelistische Gabe zu trainieren.

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„Fünf Jahre lang stand ich fast jeden Sonntagabend um sieben Uhr auf dem Bundesplatz. Dort war meine ,Hochschule.“

Ernst Aebi

Elisabeth Aebi: „Er ging immer auf die Hauptsache los. Denn er war überzeugt: Wenn das in Ordnung kommt, lösen sich die übrigen Probleme weitgehend von selbst.“ Später als Leiter des Schweizer Bibellesebundes und Herausgeber von Bibellesehilfen pflegte er zu sagen: „Wenn die Menschen nur die Bibel lesen! Nach welchem Plan ist gleichgültig.“

Ernst Abi wollte das Christenleben in seiner ganzen Schönheit darstellen. Jeder sollte wissen, dass bisher ungeahnte Reichtümer an Freude, Freiheit und Überwinderkraft auf ihn warteten. Aebi: „Gott schenkt immer reichlich.“ Die Leute sollten merken, dass das Christenleben bei allem Ernst eine fröhliche Angelegenheit ist, und dass Freude das Markenzeichen eines erlösten Christen ist.

Unzähligen Menschen wurde dieser „Vater in Christus“ zum Vorbild eines fröhlichen, dankbaren Christen. Elisabeth Aebi: „Auf psychisch belastete oder sonstwie bedrückte Menschen wirkte Ernst oft geradezu belebend. sie spürten es ihm wohl an, dass seine Freude nichts Oberflächliches war, sondern aus tiefen Quellen floss. Das machte ihnen selber Mut. Denn jene Quellen waren auch ihnen zugänglich.“

In langer Krankheitszeit erlebte Ernst Aebi die Wirklichkeit der Freude, Gnade und Kraft in Jesus Christus, die er in gesunden Tagen so vielen Menschen verkündigt hatte. Sein letztes Wort an die Bibellesebündler kurz vor seinem Heimgang: „Freut Euch, Euer Leben mit Christus und für ihn zu leben!“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Paul Vogt (1900 – 1984)

„Wir dürfen nicht Betonklötze der Gleichgültigkeit bleiben, weder kalt noch warm. Wir müssen Feuermenschen werden. Wir müssen uns jetzt wirklich anzünden lassen von dem Feuer, das anzuzünden Christus auf Erden kam.

Paul Vogt

Flüchtlingspfarrer Paul Vogt hat sich zeitlebens für die benachteiligten Menschen eingesetzt. Er ist ohne Zweifel eine der prägendsten Gestalten des Schweizer Protestantismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Paul Vogts Vater stammte aus Görlitz. Er war Evangelist und Mitarbeiter der Zellerschen Anstalten in Männedorf am Zürichsee, wo Sohn Paul 1900 das Licht der Welt erblickte. Paul studierte Theologie in Basel und Tübingen. In Tübingen trifft er viele innerlich verwahrloste Menschen und wird mit einem zunehmenden Antisemitismus konfrontiert.

Er heiratet und wird als Pfarrer nach Ellikon an der Thur berufen. Als Ortspfarrer dient er den Patienten der dortigen Trinkerheilanstalt. Bald übernimmt er eine Pfarrstelle in Walzenhausen über dem Bodensee.

Evang. Sozialheim Sonnenblick

Die Folgen der Wirtschaftskrise in der Stickereiindustrie mit den vielen Arbeitslosen erschüttern ihn zutiefst. Gemeinsam mit anderen gründet er 1931 ein Hilfswerk für Arbeitslose. 1933 erwirbt er in Walzenhausen ein ausgedientes Stickereilokal und baut es zum „Evangelischen Sozialheim Sonnenblick“ aus. Das Heim nimmt erholungsbedürftige Frauen und Mütter auf, führt Schulungskurse für Arbeitslose durch und wird mehr und mehr zum Rückzugs- und Erholungsort für Pfarrer der Bekennenden Kirche und ihren Familien. Während dem Zweiten Weltkrieg wird es zum temporären Heim für viele Flüchtlinge.

Schon 1934 schreibt Paul Vogt: „Wir sehen und horchen mit ungeheurer Spannung über die Grenze. Es ist uns ein Bedürfnis, in dieser welt- und kirchengeschichtlich ausserordentlich entscheidungsreichen Stunde den unter Druck und Gewalt leidenden Brüdern über die Grenze hinaus die Hand zu drücken und zu sagen: Wir leiden mit Euch! Wir beten für Euch! Wir denken an Euch! – Und es ist uns eine heilige Pflicht, der Kirche unserer Heimat zuzurufen: Schlafe nicht! Schweige nicht! Wach auf! Rede! Bekenne! Zeuge! Handle! Werde neu Werkzeug Jesu Christi!“

Paul Vogt scheut sich nicht, die Zurückweisung der Juden an der Schweizer Grenze öffentlich anzuprangern. „Die Judenfrage ist eine Christenfrage geworden. Da kommt es jetzt darauf an, ob unser Glaubensbekenntnis Lippenbekenntnis ist. Eigenliebe oder Christusliebe.“

Er klagt die Christen an, welche Forderungen an den Staat stellen ohne Bereitschaft zum persönlichen Opfer. Gleichzeitig mahnt er die staatlichen Behörden, Flüchtlingen Zuflucht in unserem Land zu gewähren. Angesichts der wachsenden Arbeit kann Paul Vogt seinen Dienst an den Flüchtlingen nicht mehr im Nebenamt erledigen. Er wird 1943 in Zürich offiziell zum Flüchtlingspfarrer ernannt. Bei der Einsetzungsfeier waren viele der Anwesenden Flüchtlinge jüdischer Herkunft, die durch den mutigen Einsatz von Paul Vogt von den Schergen des Nationalsozialismus bewahrt wurden.

Paul Vogt und sein Mitarbeiterteam sehen es als ihre Aufgabe, für arbeitsunfähige Personen Plätze bei Privatpersonen und in Heimen zu vermitteln. Durch die Freiplatzaktion konnten schon im ersten Jahr über 500 Flüchtlinge untergebracht werden. Das gemeinsame Ziel der Bekämpfung der Not und die gewinnende Persönlichkeit von Paul Vogt haben eine Kooperation über religiöse und ideologische Grenzen möglich gemacht.

Sohn Hanspeter gründete 1973 in Herisau das Therapiezentrum „Best Hope“ für suchtkranke Menschen.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Friedrich Traugott Wahlen (1899 – 1985)

„Wir sind heute dazu aufgerufen, unsere Solidarität mit den Erdenbürgern aller Rassen und Farben über die Grenzen der Länder und Kontinente auszudehnen.“

Friedrich Traugott Wahlen

Friedrich Traugott Wahlen ist sicher einer der bekanntesten Bundesräte der Schweiz. Er war über die Parteigrenzen hinaus sehr geschätzt als ein Landesvater, der allein seinem christlichen Gewissen verpflichtet war. 1961 diente er der Schweiz als Bundespräsident.

Seine Kindheit verbringt er in Belp, nachdem sein Vater als Evangelist in den vollzeitlichen Dienst der Evangelischen Gesellschaft des Kantons Bern getreten war. Früh erwacht bei ihm die Liebe zum Bauern. Nach einem Aufenthalt in der französischen Schweiz beginnt er die Ausbildung in der landwirtschaftlichen Schule Rütti. Er ist ein guter Schüler, zugleich aber immer zu Streichen aufgelegt, sodass der Direktor prophezeit: „Friedel, entweder wirst du ein Vagant oder dann Bundesrat!“

Anschliessend studiert er an der ETH Zürich Agronomie und schliesst mit dem Doktortitel ab. Dann verbringt er drei Jahre in Kanada, wo er schliesslich für sämtliche landwirtschaftlichen Versuchsanstalten verantwortlich ist. 1929 kehrt er in die Schweiz zurück und übernimmt die Leitung der Eidgenössischen Versuchsanstalt in Zürich.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges arbeitet er als Beauftragter des Bundesrats einen Plan aus zur Selbstversorgung der Schweiz mit Grundnahrungsmitteln, den sogenannten „Plan Wahlen“. In einer „Anbauschlacht“ wurden selbst die Grünanlagen in Städten zur Anpflanzung von Kartoffeln und Zuckerrüben genutzt.

1942 wird Wahlen in den Ständerat des Kantons Zürich gewählt und ein Jahr später als Professor für Pflanzenbau an die ETH Zürich berufen. Nach dem Krieg richtet Wahlen seinen Blick erneut über die Landesgrenzen hinaus. In der „Food and Agriculture Organization“ der UNO (FAO) dient er in verschiedenen leitenden Funktionen.

„Ausschlaggebend für meinen Entschluss zur Mitarbeit in der FAO war die Möglichkeit, Millionen von Menschen helfen zu können, ein lebenswertes Dasein zu führen.“

Friedrich Traugott Wahlen

1958 wird Wahlen zum Bundesrat gewählt. Als Bundesrat setzt er sich unter anderem für die Erhöhung der Entwicklungshilfe ein und für die Abschaffung der noch aus den Sonderbundskriegen stammenden konfessionellen Ausnahmeartikel.

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Nach seinem Rücktritt aus dem Bundesrat 1965 wirkt er als Leiter der Kommission „Totalrevision der Bundesverfassung“, setzt sich aktiv für das Frauenstimmrecht ein und hilft im „Rat der vier Weisen“ eine Lösung der Jurafrage zu finden.

Friedrich Traugott Wahlen war aus Überzeugung Christ. Er betonte, dass Christus in der Bergpredigt die Christengemeinde auffordert, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. Er bezeichnete einmal das Kreuz Christi, das auch die Schweizer Fahne und das Rote Kreuz ziert, als „tragendes Element und Fundament unserer Heimat“ und als „Ausdruck unserer überzeitlichen Bindungen und Hoffnungen.“

Bis ins hohe Alter gab er seinen Rat und guten Namen, um christliche Inititiativen zu unterstützen. So wirkte er im Patronatskomitee der Explo 85 und bei der IVCG mit. Typisch die Bemerkung von alt Bundesrat Wahlen: „Ich komme gerne an Ihre Veranstaltung, wenn dies für andere Teilnehmer eine Ermutigung ist.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Duncan Campbell (1898 – 1972)

„Wir haben zu viel Zeit mit Methoden, kirchlicher Maschinerie und Ressourcen verbracht und zu wenig Zeit mit der Frage, wo die Quelle der Kraft liegt. O dass die Kirche zurückfinden möge zu einem Ort der Gegenwart Gottes!“

Duncan Campbell
Prediger, Duncan Campbell

Duncan Campbell ist das menschliche Werkzeug der letzten grösseren geistlichen Erweckung in Europa, die von 1949 – 1952 auf den schottischen Hebriden-Inseln stattfand und aus der schliesslich zahlreiche Missionare in aller Welt hervorgingen. Nach den eigentlichen Erweckungsjahren leitete Campbell das Bible College der schottischen Faith Mission. In späteren Jahren wurde er geistlicher Mentor von Jugend mit einer Mission. 1972 starb er, während er an der Schule für Evangelisation von JMEM in Lausanne lehrte. Seine letzten Worte waren: „Kämpft nicht als jemand, der in die Luft schlägt!“ (1.Korinther 9,26)

Tochter Sheena, die mit ihrem Mann Carl Vischer während Jahren das Bibelheim Männedorf leitete, erzählt von ihrem Vater, dass er „,von einer heiligen Unzufriedenheit, aber auch von einer tiefen Liebe zu den Menschen geprägt“ gewesen sei im Wissen, dass Erweckung immer Gottes Gnade sei und bei sich selber beginne. Sohn Archie beschreibt den Vater als „total fokussiert, 24 Stunden am Tage fokussiert.“ Tochter Margaret betont die Wichtigkeit ihrer Mutter Shona, die „der fröhliche Ausgleich zum eher introvertierten Vater“ gewesen sei.

Duncan Campbell stammt aus einer gottesfürchtigen Familie des schottischen Hochlands. Als er mit 15 Jahren zum Tanz aufspielte, zeigte ihm der Heilige Geist, was Jesus am Kreuz für ihn getan hat. Er entschied, sich fortan hauptamtlich der Verkündigung des Evangeliums zu widmen. Nach einer Zeit als Missionar der Faith Mission übernahm er ein Pfarramt in der United Free Church. Er verlor dabei „das Bewusstsein der unmittelbaren Gegenwart Gottes.“ Nach 23 Jahren im Pfarramt stellte er sich der Faith Mission neu zur Verfügung. Er sehnte sich nach Erweckung einer lau und kraftlos gewordenen Christenheit. „Können wir nachlässig sein im Werk des Herrn – nachlässig, wenn das Haus brennt und die Menschen in Gefahr sind, darin zu verbrennen?“

Erweckung auf den Hebriden

Campbell begann neu dem Gebet den ersten Platz in seinem Leben zu widmen. 1949 erhielt er mitten auf einer Konferenz in Edinburgh eine Einladung, sofort auf die äussere Hebrideninsel Lewis zu kommen. Zwei gebrechliche alte Schwestern hatten im Gebet gesehen, dass Gott Duncan Campbell gebrauchen wollte, um ihr Gebet um Erweckung zu erhören. Campbell folgte dem Ruf und predigte das Evangelium und rief zur Umkehr auf. Überall wurden von Gottes heiliger Gegenwart erfasst und brachten ihr Leben in Ordnung. Aus allen Teilen der Insel strömten Leute, um das Evangelium zu hören und ihre Sündenlasten abzulegen.

Es konnte geschehen, dass Campbell kaum zum Predigen kam, weil Gottes Gegenwart so stark war. Auf der Polizeistation in Barvas sagte er „Vater“, worauf alle Anwesenden in Tränen ausbrachen, als Gottes erfahrbare Gegenwart das Gebäude erfüllte. Campbell beschreibt Erweckung als

„ein Gottesbewusstsein, das sich über eine ganze Gegend legt, sodass es für alle Teile sichtbar ist.“

Duncan Campbell

In normalen Zeiten sind Evangelisten auf der Suche nach busswilligen Sündern, während in Erweckungszeiten busswillige Sünder auf der Suche nach Menschen sind, bei denen sie ihre Sünden bekennen können und Vergebung erhalten.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

David Spleiss (1786-1854)

„Ich möchte einzig danach streben, eine lebendige Darstellung eines Jüngers Jesu zu sein.“

David Spleiss
David Spleiss

In den Jahren 1818 und 1819 strömten aus dem ganzen Kanton Schaffhausen, ja auch aus den Nachbarkantonen Thurgau und Zürich Menschen in das kleine Schweizer Dorf Buch, sodass die Kirche bald nicht mehr alle Menschen fassen konnte. Aussergewöhnliches hatte sich da ereignet. Menschen erfuhren die Gegenwart Gottes auf dramatische Weise. Kinder gerieten während dem Religionsunterricht in Entzückung, sodass man Angst um ihre seelische Gesundheit hatte, bis sie quicklebendig und freudestahlend berichteten, sie seien dem Heiland begegnet.

Menschlicher Auslöser war der gebürtige Schaffhauser David Spleiss.

Dieser war zeitlebens auf der Suche nach der Wahrheit. Er suchte sie vorerst in den Gesetzmässigkeiten der Natur. Seine erste Stelle war die eines Mathematik- und Physikprofessors. In dieser Zeit erlebte er eine geistliche Erneuerung im Umfeld des erwecklichen Dienstes der Baronin Von Krüdener. Fortan war es sein Wunsch, „ein Seelenhirt, ein Lehrer der christlichen Religion“ zu werden, hatte er doch in Tübingen Theologie studiert. Er erhielt bald eine Berufung als Pfarrer ins kleine Schaffhauser Dorf Buch. Noch aber wurde er immer wieder von Einsamkeit und unerfülltem Wahrheitsdurst gepackt. Bei einer Wanderung zu einem Pfarrkollegen erblickte er im Toggenburg ein von der Sonne beschienenes grosses Kreuz. Gott sprach dadurch tief in sein Herz und beantwortete seine Fragen. Spleiss: ,,Was du ein Leben lang gesucht, Wahrheit und Liebe in einem, hier ist’s, in dem Gottessohne, der sich für die Welt hat kreuzigen lassen.“ 1816 verheiratete er sich mit Friederike, einer Tochter aus gutem Hause. Sie war von David Spleiss angezogen, weil sie in ihm einen Fels sah, an dem sie sich „vertrauensvoll anklammern darf“. Spleissens Biograph schreibt, er sei ein „ausserordentlicher und gewaltiger Prediger gewesen. Bald sprach er ruhig wie ein Vater, dann brach er in ein Feuer aus, das ihn und alle Hörer mitriss.“ Die ersten Stunden des Tages und die stillen Stunden der Mitternacht waren stets dem Gebet geweiht. Beim Ertönen der Gebetsglocke verabschiedete sich Spleiss jeweils und zog sich in sein Gebetskämmerlein zurück.

Mehr und mehr wuchs in ihm der Wunsch eines tiefen Geisteswirkens, bis er im Winter 1817 – 1818 ein erstes erweckliches Wirken unter den Konfirmandinnen erlebte. Diese wurden von einer tiefen Sündenerkenntnis ergriffen und nahmen die Vergebung und das Heil in Christus dankbar an. Am 13. April 1818 predigte Spleiss über Matthäus 10,26. „Es is nichts verborgen, das nicht offenbar werde.“ Die Zuhörer waren tief ergriffen. Spleiss zu seiner Frau: „Jetzt ist dem Fass der Boden ausgedrückt!“ Das war der Anfang eines Geisteswirkens, der bald das ganze Dorf erfasste und schliesslich tiefe nachhaltige Auswirkungen weit über Buch hinaus hatte. Ein konkretes Resultat war, dass die Erweckten in Buch die Rettungsherberge „Friedeck“ erbauten, um verwahrloste Kinder aufzunehmen und im Glauben zu unterrichten. Viele Personen wurden nach der Zeit in der Friedeck Missionare der Liebe Gottes, so u.a, auch der spätere Erweckungsprediger Markus Hauser. David Spleiss wurde später zum ersten Stadtpfarrer in Schaffhausen gewählt und wirkte schliesslich während vielen Jahren sowohl als Dekan für die Pfarrerschaft wie als Leiter der Schaffhauser Kirche.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com