Ernst Aebi (1903 – 1962)

„Wir haben eigentlich ein herrliches Leben: die frohe Botschaft zu verkündigen, uns aufzehren und aufbrauchen zu lassen von Christus und für das Heil verlorener Menschen.“

Evangelist E. Aebi

Ernst Aebi war gleichzeitig Leiter des Schweizer Bibellesebundes wie auch Leiter der Bibelschule Emmaus in Vennes ob Lausanne. Vor allem aber war er zeitlebens Evangelist. Nicht nur in der Schweiz sondern auch in Deutschland fiel seine Verkündigung bei Jung und Alt gleichermassen auf fruchtbaren Boden.

Elisabeth Aebi schreibt in ihrer Biographie über ihren Mann: „Seine Art der Verkündigung wirkte befreiend auf viele Deutsche, bei denen bis dahin eher der Ernst und die Forderungen Gottes im Vordergrund gestanden hatten. Für manche wurde Ernst so zum ‚Botschafter der Freude‘ und das Evangelium mehr denn je zur wirklichen Frohbotschaft.“

Ein deutscher Geschäftsmann drückte es so aus: „Ich glaube, Ernst Aebi war der fröhlichste, sieghafteste Verkündiger des Evangeliums, der je bei uns war. Dabei hatte man den Eindruck, dass er nicht nur von Natur fröhlich war, sondern dass diese Freude vom Herrn selbst geschenkt war.“

Schon als Knabe war Ernst fasziniert von den Jahrmarktschreiern, in der Schweiz ,Billiger Jakob‘ genannt. Die waren überzeugt von dem, was sie verkauften. Ein Freund lud ihn in eine Evangelisationsveranstaltung ein. Aebi: „Zum ersten mal in meinem Leben werfe ich mich auf die Knie. ,Herrgott‘ bete ich, ,wenn du lebst, so hilf mir jetzt, gib mir ein neues Leben.'“

Seine Mutter bekam es zuerst mit der Angst zu tun, als Ernst sie um Vergebung bat. Bis jetzt war er ja so ein aufgeweckter, sportlicher Sohn und nun das. Aber Ernst wollte ein ganzer Christ sein und überall Farbe bekennen und zu seinem neugefundenen Glauben stehen. In der Pfingstgemeinde in Bern erlebte er die Erfüllung mit dem Heiligen Geist. Er bekam bald die Gelegenheit, seine evangelistische Gabe zu trainieren.

Photo by Claudio Schwarz on Unsplash

„Fünf Jahre lang stand ich fast jeden Sonntagabend um sieben Uhr auf dem Bundesplatz. Dort war meine ,Hochschule.“

Ernst Aebi

Elisabeth Aebi: „Er ging immer auf die Hauptsache los. Denn er war überzeugt: Wenn das in Ordnung kommt, lösen sich die übrigen Probleme weitgehend von selbst.“ Später als Leiter des Schweizer Bibellesebundes und Herausgeber von Bibellesehilfen pflegte er zu sagen: „Wenn die Menschen nur die Bibel lesen! Nach welchem Plan ist gleichgültig.“

Ernst Abi wollte das Christenleben in seiner ganzen Schönheit darstellen. Jeder sollte wissen, dass bisher ungeahnte Reichtümer an Freude, Freiheit und Überwinderkraft auf ihn warteten. Aebi: „Gott schenkt immer reichlich.“ Die Leute sollten merken, dass das Christenleben bei allem Ernst eine fröhliche Angelegenheit ist, und dass Freude das Markenzeichen eines erlösten Christen ist.

Unzähligen Menschen wurde dieser „Vater in Christus“ zum Vorbild eines fröhlichen, dankbaren Christen. Elisabeth Aebi: „Auf psychisch belastete oder sonstwie bedrückte Menschen wirkte Ernst oft geradezu belebend. sie spürten es ihm wohl an, dass seine Freude nichts Oberflächliches war, sondern aus tiefen Quellen floss. Das machte ihnen selber Mut. Denn jene Quellen waren auch ihnen zugänglich.“

In langer Krankheitszeit erlebte Ernst Aebi die Wirklichkeit der Freude, Gnade und Kraft in Jesus Christus, die er in gesunden Tagen so vielen Menschen verkündigt hatte. Sein letztes Wort an die Bibellesebündler kurz vor seinem Heimgang: „Freut Euch, Euer Leben mit Christus und für ihn zu leben!“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com