Duncan Campbell (1898 – 1972)

„Wir haben zu viel Zeit mit Methoden, kirchlicher Maschinerie und Ressourcen verbracht und zu wenig Zeit mit der Frage, wo die Quelle der Kraft liegt. O dass die Kirche zurückfinden möge zu einem Ort der Gegenwart Gottes!“

Duncan Campbell
Prediger, Duncan Campbell

Duncan Campbell ist das menschliche Werkzeug der letzten grösseren geistlichen Erweckung in Europa, die von 1949 – 1952 auf den schottischen Hebriden-Inseln stattfand und aus der schliesslich zahlreiche Missionare in aller Welt hervorgingen. Nach den eigentlichen Erweckungsjahren leitete Campbell das Bible College der schottischen Faith Mission. In späteren Jahren wurde er geistlicher Mentor von Jugend mit einer Mission. 1972 starb er, während er an der Schule für Evangelisation von JMEM in Lausanne lehrte. Seine letzten Worte waren: „Kämpft nicht als jemand, der in die Luft schlägt!“ (1.Korinther 9,26)

Tochter Sheena, die mit ihrem Mann Carl Vischer während Jahren das Bibelheim Männedorf leitete, erzählt von ihrem Vater, dass er „,von einer heiligen Unzufriedenheit, aber auch von einer tiefen Liebe zu den Menschen geprägt“ gewesen sei im Wissen, dass Erweckung immer Gottes Gnade sei und bei sich selber beginne. Sohn Archie beschreibt den Vater als „total fokussiert, 24 Stunden am Tage fokussiert.“ Tochter Margaret betont die Wichtigkeit ihrer Mutter Shona, die „der fröhliche Ausgleich zum eher introvertierten Vater“ gewesen sei.

Duncan Campbell stammt aus einer gottesfürchtigen Familie des schottischen Hochlands. Als er mit 15 Jahren zum Tanz aufspielte, zeigte ihm der Heilige Geist, was Jesus am Kreuz für ihn getan hat. Er entschied, sich fortan hauptamtlich der Verkündigung des Evangeliums zu widmen. Nach einer Zeit als Missionar der Faith Mission übernahm er ein Pfarramt in der United Free Church. Er verlor dabei „das Bewusstsein der unmittelbaren Gegenwart Gottes.“ Nach 23 Jahren im Pfarramt stellte er sich der Faith Mission neu zur Verfügung. Er sehnte sich nach Erweckung einer lau und kraftlos gewordenen Christenheit. „Können wir nachlässig sein im Werk des Herrn – nachlässig, wenn das Haus brennt und die Menschen in Gefahr sind, darin zu verbrennen?“

Erweckung auf den Hebriden

Campbell begann neu dem Gebet den ersten Platz in seinem Leben zu widmen. 1949 erhielt er mitten auf einer Konferenz in Edinburgh eine Einladung, sofort auf die äussere Hebrideninsel Lewis zu kommen. Zwei gebrechliche alte Schwestern hatten im Gebet gesehen, dass Gott Duncan Campbell gebrauchen wollte, um ihr Gebet um Erweckung zu erhören. Campbell folgte dem Ruf und predigte das Evangelium und rief zur Umkehr auf. Überall wurden von Gottes heiliger Gegenwart erfasst und brachten ihr Leben in Ordnung. Aus allen Teilen der Insel strömten Leute, um das Evangelium zu hören und ihre Sündenlasten abzulegen.

Es konnte geschehen, dass Campbell kaum zum Predigen kam, weil Gottes Gegenwart so stark war. Auf der Polizeistation in Barvas sagte er „Vater“, worauf alle Anwesenden in Tränen ausbrachen, als Gottes erfahrbare Gegenwart das Gebäude erfüllte. Campbell beschreibt Erweckung als

„ein Gottesbewusstsein, das sich über eine ganze Gegend legt, sodass es für alle Teile sichtbar ist.“

Duncan Campbell

In normalen Zeiten sind Evangelisten auf der Suche nach busswilligen Sündern, während in Erweckungszeiten busswillige Sünder auf der Suche nach Menschen sind, bei denen sie ihre Sünden bekennen können und Vergebung erhalten.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Christian Friedrich Spittler (1782 – 1867)

Christian Friedrich Spittler

„Was hilft’s, wenn wir beim warmen Ofen und einer Pfeife Tabak die Notstände der Zeit bejammern; Hand anlegen müssen wir, und sei es auch ganz im Kleinen.“

Christian Friedrich Spittler

Zur Zeit der napoleonischen Wirren war Basel voller Soldaten, die zum Teil aus weit entfernten Ländern gekommen waren, um als Alliierte die Angriffe Napoleons abzuwehren. Spittler wurde 1805 zum Sekretär der Christentumsgesellschaft berufen, die 1780 auf Initiative des Augsburger Pfarrers Johann August Urlsperger „zur Beförderung wahrer Gottseligkeit“ gegründet worden war. Spittler wandte sich an die Basler Bevölkerung, ihre Herzen für die Menschen aus allen Herren Länder zu öffnen und für die Verwundeten freiwillige Krankenpfleger zu stellen. Viele der Fremden kamen aus muslimischen Ländern des Kaukasus und des Nahen Ostens. Spittler rief auf, praktisch Hand anzulegen. „Den Strom des Verderbens können wir zwar nicht aufhalten, aber unsere Sache ist es, Einzelnen aus demselben herauszuretten.“ Spittler war ein Beter. Pflegetochter Susette: „Wie oft traf man ihn auf den Knien liegend, wenn man unversehens ins Zimmer trat.“. Spittler: „Ich habe viele Posten, worüber ich mit meinem Gott reden muss.“

Christian Friedrich Spittler war nicht nur ein Mann mit einer Glaubensvision und ein Beter, er war in gleichem Masse ein begabter Unternehmer, eine Gründerpersönlichkeit sondergleichen. In 60 Jahren gründete er über 20 sozialdiakonische und missionarische Werke, so die Basler Bibelgesellschaft; die Basler Mission, die zu einer der bedeutendsten Missionswerke heranwachsen sollte; das Judenmissionswerk, später Verein der Freunde Israels; das Rettungshaus für Kinder aus sozial prekären Verhältnissen in Beuggen; die Griechenanstalt später Taubstummenanstalt; die Pilgermission St. Chrischona „,damit aus Christen nicht wieder Heiden werden“; das Kinderspital Basel; das Riehener Diakonissenhaus; das Syrische Waisenhaus in Jerusalem. Noch in seinem Todesjahr gründete er eine Missionsschule für Flüchtlinge aus Abessinien, heute Äthiopien. Spitler sah sich als Handlanger Gottes, durch den Gottes Liebe sichtbar werden sollte. „Unser Präsident soll Jesus Christus sein. Der Herr gebe mir Gnade, dass ich mich stets als Ton seiner Barmherzigkeit formieren und gebrauchen lassen kann.“ Wo Not war, sah er sich von Gott gedrungen, Glaubensgeschwister zur Tat zu rufen. „Ach, wie viel Trauriges kommt hierbei zum Vorschein, wie wenig Liebe, Demut und wieviel Selbstsucht auch unter uns Christen! Jeder sucht das Seine.“

Bei allem Einsatz zur Linderung der praktischen Nöte, sah Spittler die Grenzen rein materieller Hile, „Wahrlich, kommen die Menschen nicht zu Gott und zu der Bibel zurück, so helfen alle menschlichen Unterstützungen nichts.“ Spittler betonte, dass zuerst wir Christen selber immer neu Veränderung benötigen, um bereit zu sein, Opfer zu bringen. „Wie viele Opfer werden irdischen Zwecken gebracht und wie wenig eigentlich für himmlische. Dies könnte uns einst reuen in der Ewigkeit. Drum lass uns wirken, solange es Tag ist. Ja er wirke in uns und allen seinen Kindern eine kräftige Erneuerung des Heiligen Geistes, damit wir in dieser letzten betrübten Zeit das tun können, was notwendig ist und was er von uns fordern wird, wenn er kommt, um Rechnung zu halten mit seinen Knechten.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com