Paul Vogt (1900 – 1984)

„Wir dürfen nicht Betonklötze der Gleichgültigkeit bleiben, weder kalt noch warm. Wir müssen Feuermenschen werden. Wir müssen uns jetzt wirklich anzünden lassen von dem Feuer, das anzuzünden Christus auf Erden kam.

Paul Vogt

Flüchtlingspfarrer Paul Vogt hat sich zeitlebens für die benachteiligten Menschen eingesetzt. Er ist ohne Zweifel eine der prägendsten Gestalten des Schweizer Protestantismus in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Paul Vogts Vater stammte aus Görlitz. Er war Evangelist und Mitarbeiter der Zellerschen Anstalten in Männedorf am Zürichsee, wo Sohn Paul 1900 das Licht der Welt erblickte. Paul studierte Theologie in Basel und Tübingen. In Tübingen trifft er viele innerlich verwahrloste Menschen und wird mit einem zunehmenden Antisemitismus konfrontiert.

Er heiratet und wird als Pfarrer nach Ellikon an der Thur berufen. Als Ortspfarrer dient er den Patienten der dortigen Trinkerheilanstalt. Bald übernimmt er eine Pfarrstelle in Walzenhausen über dem Bodensee.

Evang. Sozialheim Sonnenblick

Die Folgen der Wirtschaftskrise in der Stickereiindustrie mit den vielen Arbeitslosen erschüttern ihn zutiefst. Gemeinsam mit anderen gründet er 1931 ein Hilfswerk für Arbeitslose. 1933 erwirbt er in Walzenhausen ein ausgedientes Stickereilokal und baut es zum „Evangelischen Sozialheim Sonnenblick“ aus. Das Heim nimmt erholungsbedürftige Frauen und Mütter auf, führt Schulungskurse für Arbeitslose durch und wird mehr und mehr zum Rückzugs- und Erholungsort für Pfarrer der Bekennenden Kirche und ihren Familien. Während dem Zweiten Weltkrieg wird es zum temporären Heim für viele Flüchtlinge.

Schon 1934 schreibt Paul Vogt: „Wir sehen und horchen mit ungeheurer Spannung über die Grenze. Es ist uns ein Bedürfnis, in dieser welt- und kirchengeschichtlich ausserordentlich entscheidungsreichen Stunde den unter Druck und Gewalt leidenden Brüdern über die Grenze hinaus die Hand zu drücken und zu sagen: Wir leiden mit Euch! Wir beten für Euch! Wir denken an Euch! – Und es ist uns eine heilige Pflicht, der Kirche unserer Heimat zuzurufen: Schlafe nicht! Schweige nicht! Wach auf! Rede! Bekenne! Zeuge! Handle! Werde neu Werkzeug Jesu Christi!“

Paul Vogt scheut sich nicht, die Zurückweisung der Juden an der Schweizer Grenze öffentlich anzuprangern. „Die Judenfrage ist eine Christenfrage geworden. Da kommt es jetzt darauf an, ob unser Glaubensbekenntnis Lippenbekenntnis ist. Eigenliebe oder Christusliebe.“

Er klagt die Christen an, welche Forderungen an den Staat stellen ohne Bereitschaft zum persönlichen Opfer. Gleichzeitig mahnt er die staatlichen Behörden, Flüchtlingen Zuflucht in unserem Land zu gewähren. Angesichts der wachsenden Arbeit kann Paul Vogt seinen Dienst an den Flüchtlingen nicht mehr im Nebenamt erledigen. Er wird 1943 in Zürich offiziell zum Flüchtlingspfarrer ernannt. Bei der Einsetzungsfeier waren viele der Anwesenden Flüchtlinge jüdischer Herkunft, die durch den mutigen Einsatz von Paul Vogt von den Schergen des Nationalsozialismus bewahrt wurden.

Paul Vogt und sein Mitarbeiterteam sehen es als ihre Aufgabe, für arbeitsunfähige Personen Plätze bei Privatpersonen und in Heimen zu vermitteln. Durch die Freiplatzaktion konnten schon im ersten Jahr über 500 Flüchtlinge untergebracht werden. Das gemeinsame Ziel der Bekämpfung der Not und die gewinnende Persönlichkeit von Paul Vogt haben eine Kooperation über religiöse und ideologische Grenzen möglich gemacht.

Sohn Hanspeter gründete 1973 in Herisau das Therapiezentrum „Best Hope“ für suchtkranke Menschen.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Friedrich Traugott Wahlen (1899 – 1985)

„Wir sind heute dazu aufgerufen, unsere Solidarität mit den Erdenbürgern aller Rassen und Farben über die Grenzen der Länder und Kontinente auszudehnen.“

Friedrich Traugott Wahlen

Friedrich Traugott Wahlen ist sicher einer der bekanntesten Bundesräte der Schweiz. Er war über die Parteigrenzen hinaus sehr geschätzt als ein Landesvater, der allein seinem christlichen Gewissen verpflichtet war. 1961 diente er der Schweiz als Bundespräsident.

Seine Kindheit verbringt er in Belp, nachdem sein Vater als Evangelist in den vollzeitlichen Dienst der Evangelischen Gesellschaft des Kantons Bern getreten war. Früh erwacht bei ihm die Liebe zum Bauern. Nach einem Aufenthalt in der französischen Schweiz beginnt er die Ausbildung in der landwirtschaftlichen Schule Rütti. Er ist ein guter Schüler, zugleich aber immer zu Streichen aufgelegt, sodass der Direktor prophezeit: „Friedel, entweder wirst du ein Vagant oder dann Bundesrat!“

Anschliessend studiert er an der ETH Zürich Agronomie und schliesst mit dem Doktortitel ab. Dann verbringt er drei Jahre in Kanada, wo er schliesslich für sämtliche landwirtschaftlichen Versuchsanstalten verantwortlich ist. 1929 kehrt er in die Schweiz zurück und übernimmt die Leitung der Eidgenössischen Versuchsanstalt in Zürich.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges arbeitet er als Beauftragter des Bundesrats einen Plan aus zur Selbstversorgung der Schweiz mit Grundnahrungsmitteln, den sogenannten „Plan Wahlen“. In einer „Anbauschlacht“ wurden selbst die Grünanlagen in Städten zur Anpflanzung von Kartoffeln und Zuckerrüben genutzt.

1942 wird Wahlen in den Ständerat des Kantons Zürich gewählt und ein Jahr später als Professor für Pflanzenbau an die ETH Zürich berufen. Nach dem Krieg richtet Wahlen seinen Blick erneut über die Landesgrenzen hinaus. In der „Food and Agriculture Organization“ der UNO (FAO) dient er in verschiedenen leitenden Funktionen.

„Ausschlaggebend für meinen Entschluss zur Mitarbeit in der FAO war die Möglichkeit, Millionen von Menschen helfen zu können, ein lebenswertes Dasein zu führen.“

Friedrich Traugott Wahlen

1958 wird Wahlen zum Bundesrat gewählt. Als Bundesrat setzt er sich unter anderem für die Erhöhung der Entwicklungshilfe ein und für die Abschaffung der noch aus den Sonderbundskriegen stammenden konfessionellen Ausnahmeartikel.

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Nach seinem Rücktritt aus dem Bundesrat 1965 wirkt er als Leiter der Kommission „Totalrevision der Bundesverfassung“, setzt sich aktiv für das Frauenstimmrecht ein und hilft im „Rat der vier Weisen“ eine Lösung der Jurafrage zu finden.

Friedrich Traugott Wahlen war aus Überzeugung Christ. Er betonte, dass Christus in der Bergpredigt die Christengemeinde auffordert, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein. Er bezeichnete einmal das Kreuz Christi, das auch die Schweizer Fahne und das Rote Kreuz ziert, als „tragendes Element und Fundament unserer Heimat“ und als „Ausdruck unserer überzeitlichen Bindungen und Hoffnungen.“

Bis ins hohe Alter gab er seinen Rat und guten Namen, um christliche Inititiativen zu unterstützen. So wirkte er im Patronatskomitee der Explo 85 und bei der IVCG mit. Typisch die Bemerkung von alt Bundesrat Wahlen: „Ich komme gerne an Ihre Veranstaltung, wenn dies für andere Teilnehmer eine Ermutigung ist.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Buch “Übergangsweise“ von Heike Nagel

Wieso sollte ich ein Buch über Übergänge lesen?“ – Habe ich mir auch gedacht! Aber während der Lektüre wurde mir klar, dass Übergänge so präsent und voller Potential sind und trotzdem viel zu wenig Beachtung bekommen. Darum: Endlich ein Buch zu diesem Thema! 

Unsere Gesellschaft schätzt Übergänge nicht, wir hetzen von Einem ins Nächste!

Ja, die Phase die zwei Zeiten verbindet, empfinden wir sogar als störend oder wenigstens als überflüssig. Diese Haltung kann verheerende Folgen haben, auch wenn oft nicht sofort, sondern verzögert, vielleicht erst einige Jahre später.

Die Autorin erklärt anhand praktischer, lebensnaher Beispiele (die sie z.T. Aus der Wirtschaft ins Familienleben übersetzt) verschiedene Arten von Übergängen und wie wir ihr Potential entfalten können. Sie selbst ist nach der Geburt ihres vierten Kindes an einer schweren Krebsform erkrankt. Den Übergang nach der erfolgreichen Chemotherapie in ein „neues Leben“ hat sie als herausfordernd erlebt: Sie habe sich erst nach ca. Zwei Jahren über ihre Heilung freuen können.

Die Lektüre ist interessant und lehrreich. Zum grössten Teil ist das Buch leicht und flüssig zu lesen.

Alles in allem ein sehr empfehlenswertes Buch – egal, ob man sich grad in einem Übergang befindet oder nicht. Der nächste Übergang kommt bestimmt und darauf kannst du dich jetzt vorbereiten!

Übergangsweise – Wie wir den Prozess zwischen Lebensphasen gut gestalten und darin Gott finden von Heike Nagel
Predigt zum Thema ‚DER SEGEN VON ÜBERGÄNGEN‘

Duncan Campbell (1898 – 1972)

„Wir haben zu viel Zeit mit Methoden, kirchlicher Maschinerie und Ressourcen verbracht und zu wenig Zeit mit der Frage, wo die Quelle der Kraft liegt. O dass die Kirche zurückfinden möge zu einem Ort der Gegenwart Gottes!“

Duncan Campbell
Prediger, Duncan Campbell

Duncan Campbell ist das menschliche Werkzeug der letzten grösseren geistlichen Erweckung in Europa, die von 1949 – 1952 auf den schottischen Hebriden-Inseln stattfand und aus der schliesslich zahlreiche Missionare in aller Welt hervorgingen. Nach den eigentlichen Erweckungsjahren leitete Campbell das Bible College der schottischen Faith Mission. In späteren Jahren wurde er geistlicher Mentor von Jugend mit einer Mission. 1972 starb er, während er an der Schule für Evangelisation von JMEM in Lausanne lehrte. Seine letzten Worte waren: „Kämpft nicht als jemand, der in die Luft schlägt!“ (1.Korinther 9,26)

Tochter Sheena, die mit ihrem Mann Carl Vischer während Jahren das Bibelheim Männedorf leitete, erzählt von ihrem Vater, dass er „,von einer heiligen Unzufriedenheit, aber auch von einer tiefen Liebe zu den Menschen geprägt“ gewesen sei im Wissen, dass Erweckung immer Gottes Gnade sei und bei sich selber beginne. Sohn Archie beschreibt den Vater als „total fokussiert, 24 Stunden am Tage fokussiert.“ Tochter Margaret betont die Wichtigkeit ihrer Mutter Shona, die „der fröhliche Ausgleich zum eher introvertierten Vater“ gewesen sei.

Duncan Campbell stammt aus einer gottesfürchtigen Familie des schottischen Hochlands. Als er mit 15 Jahren zum Tanz aufspielte, zeigte ihm der Heilige Geist, was Jesus am Kreuz für ihn getan hat. Er entschied, sich fortan hauptamtlich der Verkündigung des Evangeliums zu widmen. Nach einer Zeit als Missionar der Faith Mission übernahm er ein Pfarramt in der United Free Church. Er verlor dabei „das Bewusstsein der unmittelbaren Gegenwart Gottes.“ Nach 23 Jahren im Pfarramt stellte er sich der Faith Mission neu zur Verfügung. Er sehnte sich nach Erweckung einer lau und kraftlos gewordenen Christenheit. „Können wir nachlässig sein im Werk des Herrn – nachlässig, wenn das Haus brennt und die Menschen in Gefahr sind, darin zu verbrennen?“

Erweckung auf den Hebriden

Campbell begann neu dem Gebet den ersten Platz in seinem Leben zu widmen. 1949 erhielt er mitten auf einer Konferenz in Edinburgh eine Einladung, sofort auf die äussere Hebrideninsel Lewis zu kommen. Zwei gebrechliche alte Schwestern hatten im Gebet gesehen, dass Gott Duncan Campbell gebrauchen wollte, um ihr Gebet um Erweckung zu erhören. Campbell folgte dem Ruf und predigte das Evangelium und rief zur Umkehr auf. Überall wurden von Gottes heiliger Gegenwart erfasst und brachten ihr Leben in Ordnung. Aus allen Teilen der Insel strömten Leute, um das Evangelium zu hören und ihre Sündenlasten abzulegen.

Es konnte geschehen, dass Campbell kaum zum Predigen kam, weil Gottes Gegenwart so stark war. Auf der Polizeistation in Barvas sagte er „Vater“, worauf alle Anwesenden in Tränen ausbrachen, als Gottes erfahrbare Gegenwart das Gebäude erfüllte. Campbell beschreibt Erweckung als

„ein Gottesbewusstsein, das sich über eine ganze Gegend legt, sodass es für alle Teile sichtbar ist.“

Duncan Campbell

In normalen Zeiten sind Evangelisten auf der Suche nach busswilligen Sündern, während in Erweckungszeiten busswillige Sünder auf der Suche nach Menschen sind, bei denen sie ihre Sünden bekennen können und Vergebung erhalten.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

David Spleiss (1786-1854)

„Ich möchte einzig danach streben, eine lebendige Darstellung eines Jüngers Jesu zu sein.“

David Spleiss
David Spleiss

In den Jahren 1818 und 1819 strömten aus dem ganzen Kanton Schaffhausen, ja auch aus den Nachbarkantonen Thurgau und Zürich Menschen in das kleine Schweizer Dorf Buch, sodass die Kirche bald nicht mehr alle Menschen fassen konnte. Aussergewöhnliches hatte sich da ereignet. Menschen erfuhren die Gegenwart Gottes auf dramatische Weise. Kinder gerieten während dem Religionsunterricht in Entzückung, sodass man Angst um ihre seelische Gesundheit hatte, bis sie quicklebendig und freudestahlend berichteten, sie seien dem Heiland begegnet.

Menschlicher Auslöser war der gebürtige Schaffhauser David Spleiss.

Dieser war zeitlebens auf der Suche nach der Wahrheit. Er suchte sie vorerst in den Gesetzmässigkeiten der Natur. Seine erste Stelle war die eines Mathematik- und Physikprofessors. In dieser Zeit erlebte er eine geistliche Erneuerung im Umfeld des erwecklichen Dienstes der Baronin Von Krüdener. Fortan war es sein Wunsch, „ein Seelenhirt, ein Lehrer der christlichen Religion“ zu werden, hatte er doch in Tübingen Theologie studiert. Er erhielt bald eine Berufung als Pfarrer ins kleine Schaffhauser Dorf Buch. Noch aber wurde er immer wieder von Einsamkeit und unerfülltem Wahrheitsdurst gepackt. Bei einer Wanderung zu einem Pfarrkollegen erblickte er im Toggenburg ein von der Sonne beschienenes grosses Kreuz. Gott sprach dadurch tief in sein Herz und beantwortete seine Fragen. Spleiss: ,,Was du ein Leben lang gesucht, Wahrheit und Liebe in einem, hier ist’s, in dem Gottessohne, der sich für die Welt hat kreuzigen lassen.“ 1816 verheiratete er sich mit Friederike, einer Tochter aus gutem Hause. Sie war von David Spleiss angezogen, weil sie in ihm einen Fels sah, an dem sie sich „vertrauensvoll anklammern darf“. Spleissens Biograph schreibt, er sei ein „ausserordentlicher und gewaltiger Prediger gewesen. Bald sprach er ruhig wie ein Vater, dann brach er in ein Feuer aus, das ihn und alle Hörer mitriss.“ Die ersten Stunden des Tages und die stillen Stunden der Mitternacht waren stets dem Gebet geweiht. Beim Ertönen der Gebetsglocke verabschiedete sich Spleiss jeweils und zog sich in sein Gebetskämmerlein zurück.

Mehr und mehr wuchs in ihm der Wunsch eines tiefen Geisteswirkens, bis er im Winter 1817 – 1818 ein erstes erweckliches Wirken unter den Konfirmandinnen erlebte. Diese wurden von einer tiefen Sündenerkenntnis ergriffen und nahmen die Vergebung und das Heil in Christus dankbar an. Am 13. April 1818 predigte Spleiss über Matthäus 10,26. „Es is nichts verborgen, das nicht offenbar werde.“ Die Zuhörer waren tief ergriffen. Spleiss zu seiner Frau: „Jetzt ist dem Fass der Boden ausgedrückt!“ Das war der Anfang eines Geisteswirkens, der bald das ganze Dorf erfasste und schliesslich tiefe nachhaltige Auswirkungen weit über Buch hinaus hatte. Ein konkretes Resultat war, dass die Erweckten in Buch die Rettungsherberge „Friedeck“ erbauten, um verwahrloste Kinder aufzunehmen und im Glauben zu unterrichten. Viele Personen wurden nach der Zeit in der Friedeck Missionare der Liebe Gottes, so u.a, auch der spätere Erweckungsprediger Markus Hauser. David Spleiss wurde später zum ersten Stadtpfarrer in Schaffhausen gewählt und wirkte schliesslich während vielen Jahren sowohl als Dekan für die Pfarrerschaft wie als Leiter der Schaffhauser Kirche.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Buch „Männerschmerz“ von Richard Schneebauer

‚Schmerz entsteht durch Verletzungen. Verletzungen entstehen in Beziehungen, sie heilen aber auch in Beziehungen.‘

Diese Erkenntnis müssen wir Männer haben, um gesunde, lebendige und starke Persönlichkeiten zu werden. Richard Schneebauers Buch deckt die vielfältigen Ursachen unseres (oft verborgenen) Schmerzes auf.

Für meinen Geschmack widmet der Autor am Anfang des Buches dem Thema „Geschlechterkampf“ etwas zu viel Aufmerksamkeit. Wer aber in die Lektüre eintaucht versteht mit der Zeit, warum er diese Thematik so intensiv behandelt, denn er widmet sich später schwierigen Tabuthemen. Er schreibt einfühlsam und gleichzeitig klar.

Jedes Kapitel steht unter dem Thema eines Songs, welcher sich der Leser zur Einstimmung anhören kann, z.B. auf YouTube.

Schneebauer hält uns den Spiegel vor und macht deutlich, dass wir Männer gleichzeitig Opfer und Täter sind. Er erklärt einleuchtend, warum Schmerz nicht nur akzeptiert, sondern sogar wertgeschätzt werden sollte und wie wir Männer diesem gewinnbringend begegnen können. Seine Erfahrung aus über 20 Jahren Männerberatung und die praktischen Beispiele aus Gesprächen mit Ratsuchenden gestalten diese Lektüre abwechslungsreich und fundiert.

Ein Empfehlenswertes Buch, dass von Kapitel zu Kapitel an Fahrt aufnimmt.

Männerschmerz von Richard Schneebauer

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Samuel Hebich (1803 – 1868)

Samuel Hebich

„Gottes Geist soll uns treiben; aber um ihn zu hören, muss man innerlich stille sein, sonst treibt uns unser eigener Geist.“

Samuel Hebich

Der aus dem Württembergischen stammende Samuel Hebich war in mancher Hinsicht ein moderner Apostel Paulus. Nach der Ausbildung am Seminar der Basler Mission reiste er 1834 zusammen mit zwei weiteren Missionaren an die Westküste Indiens aus, in Gebiete, in denen zuvor noch nie eine christliche Mission tätig gewesen war.

Seine kaufmännische Ausbildung kam ihm bei der Gründung von Katechetenschulen, Spinnereien und Ziegelbrennereien zu Hilfe. Dabei setzte er sich dafür ein, dass bei aller Sorge um die Verbesserung der Lebensumstände die Verkündigung des Evangeliums nicht zu kurz kam. Er selbst besuchte regelmässig die Basare und hinduistischen Pilger-und Opferfeste, um vom einen wahren Gott zu reden, der sein Leben für die Menschen gegeben hat. Er erlebte immer wieder, wie man ihn mit Steinen bewarf oder Elefanten auf ihn hetzte. Trotzdem liess er sich durch keine noch so widrigen Umstände davon abhalten, die freimachende Botschaft von Jesus Christus weiterzugeben. Seine Haltung: „Ich tue das oft freudig, oft auch sehr niedergebeugt. Mein Satz ist aber der: je mehr die Leute toben, desto mehr muss ihnen gepredigt werden in der Kraft des Herrn…. Und eine Predigt, die nicht sticht, ist ohne den Heiligen Geist.“ Wo sah Hebich Gottes Geist am Wirken: „Die Gotteskraft besteht in der Liebe, die Liebe ist das Grosse: Gott lieben, Jesus lieben, die Brüder lieben, eine ganz verlorene Welt lieben, und warum? Weil er uns zuerst geliebt hat.“

Weil Samuel Hebich mit Erfolg auch zu den in Indien stationierten englischen Garnisonen predigte, deren Soldaten nach einiger Zeit jeweils an andere Orte versetzt wurden, sprach man später von den „Hebich-Kindern“ in aller Welt. Samuel Hebich predigte das Evangelium furchtlos und ohne jede Zurückhaltung, indem er den einfachen wie gebildeten Menschen ihre Sündhaftigkeit und die Möglichkeit der Vergebung aufzeigte. Hebich: „Wer den engen Weg weiter macht, verfälscht das Evangelium.“ Zentrale Begriffe waren für ihn Umkehr und Heiligung angesichts des drohenden Gerichts Gottes. Sein Ziel war es, Menschen aus der Finsternis ins Licht Christi zu führen. Er erlebte neben Widerstand auch immer wieder erweckliche Aufbrüche, wodurch ganze Gebiete grundlegend verändert wurden.

Nach 25 jährigem Dienst in Indien in die Schweiz zurückgekehrt predigte Hebich gegen eine lau geworden Christenheit und ein „Schaumchristentum“, das die Kraft Gottes verleugnete. „Eine fromme Welt, die nicht bekehrt ist, ist auch bloss tote Welt.. Über allem, was Gott tut, muss mir das Herz hüpfen.“ Das trug ihm manche Anfeindungen nicht zuletzt aus kirchlichen Kreisen ein. Gleichzeitig wurden selbst einflussreiche Persönlichkeiten Jünger/innen Jesu und öffneten dem Evangelium Tür und Tor. Sein grösstes Verdienst ist, dass er mit seiner 25 jährigen Missionsarbeit in Indien ein solides Fundament der indischen Kirche gelegt hat.

Von Samuel Hebich wird gesagt, dass er oft halbe Nächte im Gebet und mit dem Lesen der Bibel verbrachte, „Wir müssen in Gottes Wort hineingehen, und zwar graben darin und suchen und forschen. Ein rechter Bibelleser hat keine Zeit, Unnützes zu lesen – ein paar wichtige Sachen aus dem Reich Gottes und der Mission; aber das Wichtigste ist, das Buch zu lesen.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Christian Friedrich Spittler (1782 – 1867)

Christian Friedrich Spittler

„Was hilft’s, wenn wir beim warmen Ofen und einer Pfeife Tabak die Notstände der Zeit bejammern; Hand anlegen müssen wir, und sei es auch ganz im Kleinen.“

Christian Friedrich Spittler

Zur Zeit der napoleonischen Wirren war Basel voller Soldaten, die zum Teil aus weit entfernten Ländern gekommen waren, um als Alliierte die Angriffe Napoleons abzuwehren. Spittler wurde 1805 zum Sekretär der Christentumsgesellschaft berufen, die 1780 auf Initiative des Augsburger Pfarrers Johann August Urlsperger „zur Beförderung wahrer Gottseligkeit“ gegründet worden war. Spittler wandte sich an die Basler Bevölkerung, ihre Herzen für die Menschen aus allen Herren Länder zu öffnen und für die Verwundeten freiwillige Krankenpfleger zu stellen. Viele der Fremden kamen aus muslimischen Ländern des Kaukasus und des Nahen Ostens. Spittler rief auf, praktisch Hand anzulegen. „Den Strom des Verderbens können wir zwar nicht aufhalten, aber unsere Sache ist es, Einzelnen aus demselben herauszuretten.“ Spittler war ein Beter. Pflegetochter Susette: „Wie oft traf man ihn auf den Knien liegend, wenn man unversehens ins Zimmer trat.“. Spittler: „Ich habe viele Posten, worüber ich mit meinem Gott reden muss.“

Christian Friedrich Spittler war nicht nur ein Mann mit einer Glaubensvision und ein Beter, er war in gleichem Masse ein begabter Unternehmer, eine Gründerpersönlichkeit sondergleichen. In 60 Jahren gründete er über 20 sozialdiakonische und missionarische Werke, so die Basler Bibelgesellschaft; die Basler Mission, die zu einer der bedeutendsten Missionswerke heranwachsen sollte; das Judenmissionswerk, später Verein der Freunde Israels; das Rettungshaus für Kinder aus sozial prekären Verhältnissen in Beuggen; die Griechenanstalt später Taubstummenanstalt; die Pilgermission St. Chrischona „,damit aus Christen nicht wieder Heiden werden“; das Kinderspital Basel; das Riehener Diakonissenhaus; das Syrische Waisenhaus in Jerusalem. Noch in seinem Todesjahr gründete er eine Missionsschule für Flüchtlinge aus Abessinien, heute Äthiopien. Spitler sah sich als Handlanger Gottes, durch den Gottes Liebe sichtbar werden sollte. „Unser Präsident soll Jesus Christus sein. Der Herr gebe mir Gnade, dass ich mich stets als Ton seiner Barmherzigkeit formieren und gebrauchen lassen kann.“ Wo Not war, sah er sich von Gott gedrungen, Glaubensgeschwister zur Tat zu rufen. „Ach, wie viel Trauriges kommt hierbei zum Vorschein, wie wenig Liebe, Demut und wieviel Selbstsucht auch unter uns Christen! Jeder sucht das Seine.“

Bei allem Einsatz zur Linderung der praktischen Nöte, sah Spittler die Grenzen rein materieller Hile, „Wahrlich, kommen die Menschen nicht zu Gott und zu der Bibel zurück, so helfen alle menschlichen Unterstützungen nichts.“ Spittler betonte, dass zuerst wir Christen selber immer neu Veränderung benötigen, um bereit zu sein, Opfer zu bringen. „Wie viele Opfer werden irdischen Zwecken gebracht und wie wenig eigentlich für himmlische. Dies könnte uns einst reuen in der Ewigkeit. Drum lass uns wirken, solange es Tag ist. Ja er wirke in uns und allen seinen Kindern eine kräftige Erneuerung des Heiligen Geistes, damit wir in dieser letzten betrübten Zeit das tun können, was notwendig ist und was er von uns fordern wird, wenn er kommt, um Rechnung zu halten mit seinen Knechten.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Niklaus Wolf von Rippertschwand (1756 – 1832)

Niklaus Wolf von Rippertschwand

„Es gibt eine Armee, die mehr ausrichtet als Napoleon und seine Soldaten.“

Niklaus Wolf von Rippertschwand

Niklaus Wolf wuchs als katholischer Bauernsohn in Rippertschwand in der Zentralschweiz auf. Er übernahm später den Hof und gab ihn mit 50 Jahren wieder an seinen Sohn weiter. Niklaus Wolf verband Bodenständigkeit und Interesse am Weltgeschehen mit einem tiefen Glauben an die Macht Gottes. Sein Wahlspruch lautete: „Zur Ehre des heiligsten Namens Jesus, zur Errettung der Menschen und zum Sturz der Hölle.“ Während der französischen Revolution unter Napoleon diente er kurze Zeit im Luzerner Parlament und später als Gemeindevorsteher von Neuenkirch.

Er war ein starker Kritiker der „,Neuerer“ in Politik und Kirche. Während das alte Staatswesen auf Glaube und Moral aufgebaut gewesen sei, wollten die „Neuerer“ alles Heilige und Bewährte niederreissen und würden Lebensgenuss über Gewissenstrost und Schein über Wahrheit erheben. Er empfand zunehmend, dass mit menschlichen Mitteln allein keine Wende erreicht werden kann. Niklaus Wolf rief zum ernsthaften Gebet auf: „Wir Männer müssen, anstatt nur zu politisieren, uns regelmässig zum Gebet treffen. Mit Waffengewalt können wir nichts unternehmen. Aber es gibt geistige Waffen, die wollen wir ergreifen.“ Er gründete überall Männergebetsgruppen, „da die Frauen ja ohnehin leichter beten als die Männer.“ Zudem versammelte er seine Familie und die Mitarbeiter des Hofes jeden Abend zu einem Gottesdienst. Die Urchristen hätten sich ja auch in ihren Häusern getroffen. Er führte Neuerungen in der Landwirtschaft ein und zog sich aus der Politik zurück, was ihm erlaubte, täglich drei Stunden in der Fürbitte für einzelne Menschen und für das Land zu verbringen. Er war der Überzeugung, dass „wir vor Gott auf den Knien am Grössten sind“.

Nachdem er zweimal in persönlichen Krankheitsnöten den Namen Jesus um Hilfe angerufen hatte und jedes Mal auf der Stelle geheilt wurde, begann er auch für andere Menschen um Heilung von Krankheit und Befreiung von dämonischen Zwängen zu beten. Dabei erlebte er zahlreiche zum Teil ausserordentliche Gebetserhörungen. Das sprach sich herum. Immer mehr Menschen besuchten „Vater Wolf“ in Rippertschwand und baten um Gebet. Dieser bezeugte allen, dass „der heiligste Name Jesus Macht hat über alles im Himmel, auf Erden und in der Hölle.“ Wenn dadurch Gott verherrlicht würde, warum sollte es dann nicht geschehen, dass Kranke auf Gebet hin gesund würden. Es ging ihm nicht nur um körperliche Heilung, sondern dass Menschen als Folge der erlebten Gnade Gottes ihr Leben Jesus weihten und Werkzeuge seines Friedens würden: „Oh, wenn wir Jesus recht lieben und mit ihm und in seinem Namen wider die Hölle streiten würden, wie grosse Verherrlichung des heiligen Namens Jesu würde geschehen, wie viele Sünder bekehrt, wieviele Uneinigkeit würde behoben.“

Niklaus Wolf war Mitbegründer und Förderer vieler Glaubenswerke, die zum Teil bis heute fortbestehen, so des Schwesterninstituts Baldegg, der Inländischen Mission und des Vereins zur Glaubensverbreitung.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com