CHEZ HIOB – Gottes Perspektive

Gott sieht die Dinge etwas anders. Das fällt ihm nicht schwer, denn er kennt deinen Anfang UND dein Ende. Gott weiss, wie die Welt sein sollte  (Paradies), wie es in der Ewigkeit sein wird und dass wir jetzt in einer Zwischenwelt leben. Gott ist ewig. Auf die Frage von Mose, wie Gottes Name sei, antwortete er mit „ich bin, der ich bin“. Der immer da war und immer sein wird. Gott steht ausserhalb der Zeit! Er hat kein Problem, pünktlich zu sein.

Die Jahre dieser Erde sind gezählt. Im Vergleich zur Ewigkeit sind sie wie ein kleines Flecklein auf dem riesigen Radarschirm. Die Zeit, in der wir leben, ist außergewöhnlich: Es war noch nie so und es wird nie wieder so sein wie jetzt!

  • 1 Tag hat 24 Stunden. Gemessen an der Sonne.
  • 1 Monat hat 31 Tage. Gemessen am Mond.
  • 1 Jahr hat 365 Tage. Gemessen, wie sich die Erde um die Sonne dreht.

Ohne diese Elemente, keine Zeit! Im 1. Buch Mose (dem 1. Buch der Bibel) wird berichtet, wie Gott all dies erschafft. In der Offenbarung (dem letzten Buch der Bibel) steht, dass wir keine Sonne mehr brauchen werden, da Gott unser Licht sein wird.

Unsere Leben sind zeitlich. Nur vorübergehend. Leid auch!

Gott wird alle ihre Tränen trocknen, und der Tod wird keine Macht mehr haben. Leid, Angst und Schmerzen wird es nie wieder geben; denn was einmal war, ist für immer vorbei. Offenbarung 21,4



CHEZ HIOB – Hiobs neues Leben

In Hiobs Kultur war Familienplanung wichtig. Man hat alles getan, um möglichst viele männliche Nachkommen zu zeugen: Söhne waren damals, was für uns heute die AHV ist. Hatte man viele Söhne, wäre das heute die 3.Säule. Hiob war der reichste und angesehenste Mann im Osten – und das sollte auch so bleiben: Mit sieben Söhnen kein Problem.

Am Anfang des Buches Hiob werden seine drei Töchter nur nebenbei erwähnt. Im letzten Kapitel allerdings, werden von den neuen Kindern die Töchter mit Namen erwähnt! Was ist geschehen?

Hiobs Leid hat ihm bewusst gemacht, dass es mehr gibt als Reichtum, Ansehen und ein „perfektes“ Leben. Sein Wertmaßstab hat sich verändert: Strategisch wichtige Dinge (wie z.B. seine Söhne) scheinen ihm nicht mehr so wichtig zu sein. Dafür hat er eine Leidenschaft für nebensächliche Dinge wie Schönheit entwickelt. Was ist der Nutzen von Schönheit? Dass man sich daran freuen kann! Hiob gab seinen Töchtern diese Namen:

  • Jemima (bedeutet „Täubchen“)
  • Keziah (steht für „Zimtblüte“)
  • Keren-Hapuch (heisst so viel wie „Gefäss voll Lidschatten“)

Hiobs neues Leben ist geprägt von Gottes verschwenderischem und grosszügigen Charakter: Er freut sich an der Schönheit seiner Töchter und geniesst es, mit seinen Freunden und Verwandten zu feiern!

„Man kann Gott nicht allein mit Arbeit dienen, sondern auch mit Feiern und Ruhen.“ Martin Luther

CHEZ HIOB – Hiobs Durchbruch!

Hiob hat Geduld. Er vertraut darauf, dass Gott für Gerechtigkeit sorgen wird. Und es lohnt sich: Gott bricht sein Schweigen! Allerdings sagt Gott nicht, was Hiob erwartet hätte. Er stellte Gott neun „Warum“-Fragen und erwartete, dass Gott sich bei ihm rechtfertigt. Die Antwort von Gott überrascht und zeigt, dass der Allmächtige einen exzellenten Humor hat!

„Wer bist du, dass du meine Weisheit anzweifelst mit Worten ohne Verstand? Tritt mir gegenüber wie ein Mann, und gib mir Antwort auf meine Fragen! Wo warst du, als ich das Fundament der Erde legte? Sag es doch, wenn du so viel weißt!“*

Die nächsten 70 Verse bombardiert Gott Hiob mit einer Frage nach der anderen. Er zeigt Hiob, wer hier der Chef ist. Gott erklärt anhand der Straussenhenne, dass für ihn ALLES Sinn macht: Obwohl sie Flügel hat, mit denen sie nicht fliegen kann. Obwohl sie Eier legt, die sie nicht ausbrütet. Obwohl sie dumm ist und sich nicht um ihren Nachsuchs kümmert. Das einzige, was sie gut kann, ist rennen.** Und das reicht! Gott freut sich über die Straussenhenne, weil er sie gemacht hat! Er ist verschwenderisch! Und auch wenn Dinge für uns keinen Sinn machen – Gott denkt anders. Für ihn, den ALLMÄCHTIGEN macht ALLES Sinn!

Wenn du das akzeptieren kannst, wird dies dein Durchbruch sein!

*Das Buch Hiob, Kapitel 38, Verse 2 – 4 / **Kapitel 39, Verse 13-18

CHEZ HIOB – Hiobs Vermittler!

Hiob fühlt sich ungerecht behandelt! Er schreit zu Gott:

„Wärst du ein Mensch wie ich, dann könnte ich dir antworten! Wir würden beide vor Gericht gehen, damit der Streit entschieden wird. Aber es gibt keinen, der zwischen dir und mir entscheidet und für Recht sorgt.“*

In einer anderen Bibel -Übersetzung wird hier das Wort „Mittler“ gebraucht. Hiob sehnt sich nach einem Vermittler! Er wünscht sich jemand, der sich für sein Recht einsetzt!

Wenn Männer in ihrer Freizeit miteinander Fußball spielen, gibt es meistens keinen Schiedsrichter. Es geht nicht lange, bis die erste Situation entsteht, in der sich ein Spieler ungerecht behandelt fühlt: „Foul!“, „Out!“, „Penalty!“ hört man ihn dann rufen. Entweder gehen die anderen auf ihn ein oder er entschließt sich, die Sache selber in die Hand zu nehmen: RACHE!

Gott hat Hiobs Gebet erhört: Der vierte Freund kommt ins Spiel. Elihu setzt sich bei den anderen drei Freunden für Hiob ein! Er macht das Selbe für Hiob, wie Jesus für uns! Das Wort „Mittler“ wird auch in dieser Bibelstelle verwendet:

Es gibt nur einen einzigen Gott und nur einen Einzigen, der zwischen Gott und den Menschen vermittelt und Frieden schafft. Das ist der Mensch Jesus Christus.**

Wenn du dich ungerecht behandelt fühlst, sprich mit deinem Anwalt – Jesus!

*Buch Hiob, Kapitlel 9, Verse 32+33 / **Der 1. Brief an Timotheus, Kapitel 2, Vers 5

CHEZ HIOB – Happy trotz Krise! (2/2)

Wenn das Schicksal zuschlägt, reagiert jeder anders darauf. Hier die häufigsten Reaktionsmuster:

  • Rationalisierung!

Ich suche einen Grund, um das Geschehene mit meinem Hirn erfassen zu können: „Es ist passiert, weil …“. Doch es gibt nicht immer eine Erklärung! Manchmal kommt es vor, dass wir Gott einfach nicht verstehen. Denn er ist Gott und wir sind es nicht. Er hat andere Gedanken, die über unserem Verstand sind.

  • Projektion!

Ich suche einen Schuldigen. Erst wenn ich die Frage „Wer ist schuld?“ beantwortet habe, geht es mir besser. Dann habe ich jemanden, auf den ich wütend sein kann und an dem ich mich sogar rächen könnte. Falls ich keinen Menschen finde, ist Gott schuld.

  • Verdrängung!

„Es ist gar nicht passiert, weil …“ ist mein Lieblingssatz. Ich verharmlose und rede schön, bis ich keine Probleme mehr habe. Aber tief in meinem Herzen weiss ich, dass es immer noch nicht gut ist. Mir fehlt der Mut, dem Leid in die Augen zu schauen und es in seiner ganzen Hässlichkeit zu erkennen.

  • Kompensation!

Ich gleiche den entstandenen Mangel aus durch Beziehungen, Hobbys, Alkohol, Arbeit oder ähnliches. Doch je mehr ich zu kompensieren versuche, desto grösser wird der Schmerz in meinem Herzen! Denn diesen kann nur einer stillen: Jesus!

Falls du erleben möchtest, wie Gott deinen Schmerz stillt, kannst du dieses einfache Gebet von F. Ch. Oettinger beten:

Gott gebe mir Gelassenheit,

Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann.

Den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann.

Und die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.

CHEZ HIOB – Happy trotz Krise! (1/2)

In der frühen Kirche hat man vor Ostern die Geschichte Hiobs erzählt. Dies, weil Hiob und Jesus etwas gemeinsam haben: Der Kelch des Leidens.

Es ist ein weiter Weg des reichsten Mannes im Osten (Hiob)  in die Slums. Aber der Weg vom Thron des Himmels (Jesus) bis zum Kreuz ist noch viel weiter.

Als Jesus erkannte, dass sein qualvoller Tod vor der Tür steht, ist er auf die Knie gefallen und hat geschrien: „Mein Vater, ist’s möglich, so gehe dieser Kelch an mir vorüber; doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!* Dies betete er drei Mal hintereinander! Manchmal finden wir wie Jesus keine anderen Worte… und schlussendlich liegt der Durchbruch darin, zu akzeptieren, was wir nicht ändern können! Sozusagen, unser „Schicksal“ aus Gottes Händen zu nehmen. Wir wissen, dass wenn wir uns fest an Jesus klammern, uns alles zum Guten dienen muss! Unsere Leben sind wie Hollywoodfilme: Spannend bis zum Happyend! Hiobs Leben hatte ein Happyend und auch das von Jesus. Genauso wird Gott dein Leben zu einem Happyend führen: Vielleicht früher, vielleicht später… Aber es gibt ein Happyend!

*Das Evangelium des Matthäus; Kapitel 26, Vers 3

CHEZ HIOB: Gott glaubt an dich!

Die Krise geht nicht spurlos an Hiob vorbei! Er versteht Gott überhaupt nicht fragt: „Warum machst du mich zu deiner Zielscheibe? Bin ich dir zur Last geworden?“* Gott antwortet nicht. Später ist Hiob am Rand der Verzweiflung und macht Gott Vorwürfe: „Ich schreie um Hilfe, o Gott, aber du antwortest nicht; ich stehe vor dir, doch du siehst mich nicht an. Du bist mein grausamer Feind geworden, mit aller Kraft greifst du mich an!“** Hiob stellt Gott in Frage und klagt ihn an… So führt er die Beziehung zu Gott weiter. Die Freundschaft zwischen den beiden ist allerdings nicht mehr so entspannt wie auch schon aber Hiob macht alles richtig! Er bringt die Anklage an die richtige Adresse! Durch das Beten zeigt Hiob, dass

  • er mit Gott rechnet!
  • er eine Antwort möchte (er will auf Gott hören)!
  • er offen für Veränderung ist!

Anstatt sich zu überlegen, wie er sich in dieser Situation religiös korrekt verhalten soll, bringt er seinen ganzen Frust zu Gott. Und Gott wird damit fertig!

Es ist besser, das Risiko einzugehen, etwas „Falsches“ zu beten, als damit aufzuhören und die Freundschaft mit Gott zu unterbrechen! Denn: „Das mickrigste Gebet ist kraftvoller, als die beste Rede!“

*Aus dem Buch „Hiob“, Kapitel 7, Vers 20 / **Kapitel 30, Verse 20+21

CHEZ HIOB: Baue das Schiff vor der Flut!

Hiob ist der Beweis, dass uns Leid dienen muss. Er hatte alles: Eine Frau, 10 Kinder, sehr viele Hirten und Mägde und riesige Viehherden: 7000 Schafe und Ziegen, 3000 Kamele, 500 Rindergespanne und 500 Esel. „Hiob war der reichste und angesehenste von allen Herdenbesitzern im Osten.“* Er hatte Ehrfurcht vor Gott und hütete sich, Böses zu tun.

Seine Kinder feierten Jahr für Jahr der Reihe nach fette Partys. Da ihm seine Kinder sehr wichtig waren, brachte er nach jeder Party für jedes seiner Kinder ein Opfer. Nur für den Fall, dass sie etwas übertrieben haben sollten! Hiob lebte also nicht nur „christlich“, sondern liebte Gott von Herzen und pflegte eine persönliche Beziehung mit ihm.

Dann hat ihn das Schicksal mit voller Wucht getroffen: Hiob hat alles verloren! Seinen Besitz, seine Kinder, seine Gesundheit. Und seine Frau jagte ihn zum Teufel. Weil Hiob schon in guten Zeiten in seine göttliche Freundschaft investiert hatte, konnte er jetzt von Herzen sagen: „Herr, du hast mir alles gegeben, du hast mir alles genommen, dich will ich preisen!“** Seine Freundschaft zu Gott ist Krisenresistent: Er hat das Schiff gebaut, bevor die Flut gekommen ist!

*Aus dem Buch „Hiob“, Kapitel 1, Vers 3 / **Kapitel 1, Vers 21