Wenn wir etwas wollen, ‚mĂŒssen‘ wir es nicht!

»Du solltest dich endlich engagieren!« In der Familie, in der Kirchengemeinde, in deinem Umfeld.

Vielleicht kannst du SĂ€tze dieser Art nicht mehr hören. Solche Aussagen haben das Potenzial, uns MĂ€nner unter Druck zu setzen. Und Druck erzeugt Gegendruck. So haben wir MĂ€nner uns schlagkrĂ€ftige Argumente zurechtgelegt, um solch mĂŒhsamen Aufforderungen effektiv entgegenzuwirken.

OHNE DRUCK

Aber es gibt auch MĂ€nner, die von sich aus, ohne Druck von außen, aufstehen, mitmachen, reifen, sich verĂ€ndern, von der Bank aufs Spielfeld wechseln. Es scheint einigen sogar echt Freude zu machen, in der Kirche, der Nachbarschaft und der Familie zu dienen – und dies ohne Entlohnung. Wie ist das möglich?

Sehen wir uns doch Dionysius an. Über ihn erfahren wir nur wenig in der Apostelgeschichte. Doch dem Verfasser war es scheinbar wichtig, diesen Mann zu erwĂ€hnen. Dionysius war offensichtlich ein Athener BĂŒrger. Er gehörte zur Oberschicht, zur Elite. Er soll sogar Mitglied des obersten Rates gewesen sein, dem sogenannten »Areopag«! Somit war er nicht nur wohlhabend, sondern auch einflussreich und angesehen. Im Anschluss an Paulus‘ berĂŒhmte Rede auf dem Areopag hat Dionysius seinem Leben eine neue Richtung gegeben: Er wurde Christ und spĂ€ter sogar Bischof von Athen.

Wie kam es dazu? Dazu schweigt die Bibel. Entweder haben ihn die Argumente des Paulus ĂŒberzeugt oder er hat durch das Evangelium Hoffnung, Mut und Kraft geschöpft. Vielleicht war es auch eine Mischung aus beidem oder etwas, worauf ich nicht komme. Welchen Grund siehst du als ausschlaggebend fĂŒr seine SinnesĂ€nderung, seine Bekehrung, seine Verwandlung? Auf alle FĂ€lle wurde fĂŒr Dionysius klar, dass er sein Leben in den Dienst von Jesus stellen wird. Er â€șmussteâ€č dies nicht, er â€șwollteâ€č das. Und das ist der springende Punkt:

Wenn wir etwas wollen, â€șmĂŒssenâ€č wir es nicht. Wir tun es, weil es uns wichtig ist! Im Leben. In der Familie. In der Kirchengemeinde. In der Gesellschaft.

Reto Kaltbrunner

Was sind deine Werte? Ein ‚Wert‘ ist etwas, was mir ‚wert-voll‘ ist.

Wer ein Leben fĂŒhrt, das nicht wirklich seinen persönlich Werten entspricht, wird spĂ€testens in seiner Lebensmitte innehalten und merken, dass etwas nicht stimmt. Man fĂŒhlt sich ausgelaugt, gelangweilt. Das Leben scheint sinnlos.

WAS UNS WICHTIG IST

Dionysius hat seine alten Werte eingetauscht. Er hat die Werte ĂŒbernommen, die Paulus gepredigt hat. Jesus wurde ihm wertvoll und darum wollte er ihm als Bischof von Athen dienen: Koste es, was es wolle!

Wer herausfinden will, was ihm wertvoll ist, kann sich ganz einfach ĂŒberlegen, was er im Leben besonders schĂ€tzt. Worauf möchtest du nicht verzichten? Ohne ‚was‘ oder ‚wen‘ könntest du nicht sein? So kann sich eine Dankbarkeit in dir breitmachen, die vielleicht auch deinem Leben eine neue Richtung verleiht.

Denn Gott, den Menschen, dem Land zu dienen, ist nichts anderes, als auf eine praktische Art »Danke!« zu sagen. Und wer sich dieser Motivation engagiert, ‚muss‘ nicht, der will!

Dieser Text erschien in „SCHWEISSNAHT. DAS MÄNNER-ANDACHTSBUCH“ erhĂ€ltlich bei der SCM Verlagsgruppe.

Henri Guisan (1874 – 1960)

„Höher noch als die materielle und die moralische Bereitschaft ist die geistige zu bewerten. Unsere VĂ€ter waren sich dessen bewusst, sie, die vor jeder Schlacht vor dem AllmĂ€chtigen die Knie beugten. Wenn bis heute unter den europĂ€ischen Kleinstaaten die Schweiz fast allein von Schrecknissen einer Invasion verschont geblieben ist, so haben wir das vor allem dem Schutze Gottes zu verdanken. Das Gottesbewusstsein muss in allen Herzen lebendig bleiben; das Gebet des Soldaten muss sich mit demjenigen seiner Frau, seiner Eltern, seiner Kinder vereinigen.“

Auszug aus dem Tagesbefehl von General Henri Guisan vom 3. Juni 1940, der sowohl fĂŒr die Truppe bestimmt war als auch ĂŒber die Presse und das Radio an das ganze Schweizervolk gerichtet war.

„Wir wollen nun vor allem Gott, dem AllmĂ€chtigen, danken dafĂŒr, dass unser Land von den Schrecken des Krieges verschont blieb. Eine wunderbare göttliche FĂŒgung hat unser Land unversehrt gelassen.“

Auszug aus dem Tagesbefehl von General Henri Guisan vom 8. Mai 1945 aus Anlass des Waffenstillstands in Europa.

Von General Guisan wird gesagt, dass er tÀglich vor Gott, dem AllmÀchtigen, auf die Knie gegangen sei im Bewusstsein, dass alles Gelingen von Gottes Segen abhÀngt.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter NĂŒesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Vonette Bright (1926- 2015)

„Die Bibel ist der grösste Schatz, den wir je haben werden. Ich habe keine einzige Situation erlebt, in der ich mich nicht an Gottes Wort wenden konnte, um Trost, Leitung, Freude und Segen zu erhalten.“

Vonette Z. Bright
Vonette Bright

„Ich kenne keine Person mit einer grösseren Entschlossenheit als Vonette Bright“, meinte einmal Ruth Graham, Frau von Billy Graham, ĂŒber die Ehefrau des verstorbenen GrĂŒnders und langjĂ€hrigen Leiters von Campus fĂŒr Christus, Bill Bright.

Als Vonette Bright ihren zukĂŒnftigen Ehemann kennenlernte, war sie beeindruckt von seiner Entschiedenheit und Tatkraft. Gleichzeitig empfand sie seinen Glauben als zu extrem und nicht lebbar. Es war die Leiterin eines kalifornischen Retraitenzentrums, Henrietta Mears, die Vonette Bright 1948 dazu bewegte, ihr Leben voll und ganz unter die Herrschaft Christi zu stellen. Nach deren Verheiratung, schlossen die Brights einen Vertrag mit Gott, in dem sie ihm alles was sie besassen ĂŒbereigneten. Kurz danach erhielten sie die Berufung zur GrĂŒndung von Campus Crusade for Christ, heute in den USA Cru genannt.

„Heute die Studenten, morgen die Welt“ war ihr Slogan.

Vonette Bright wurde zu einer wichtigen Ratgeberin ihres Ehemannes und schaute mit ihrem nĂŒchternen, erdverbundenen Glauben dazu, dass er bei aller grundsĂ€tzlichen UnterstĂŒtzung seiner grossen PlĂ€ne immer auf dem Boden blieb. Sie war aber nicht nur die Ehefrau von Bill Bright, sondern initierte und leitete selber viele wichtige Initiativen vor allem auf dem Gebiet des Gebets.

1972 grĂŒndete sie die „,Great Commission Prayer Crusade“; von 1981 – 1990 leitete sie den Bereich „FĂŒrbitte“ der Lausanner Bewegung fĂŒr Weltevangelisation; 1984 war sie verantwortlich fĂŒr die Internationale Gebetskonferenz in Seoul/ Korea; von 1982 – 1990 wirkte sie als Verantwortliche des Nationalen Gebetstages in den Vereinigten Staaten. 1982 verleihte ihr „,Religion in America“ den Titel „,International Churchwoman of the Year“. 1993 initiierte sie die tĂ€glichen Radiosendungen,, Woman Today International“.

Vonette Bright prĂ€gte wesentlich das Frauenbild der Mitarbeiter/innen von Campus fĂŒr Christus International. Ehepaare werden gemeinsam angestellt; sie werden auch gemeinsam zu den Weiterbildungszeiten eingeladen. Es wird empfohlen, wenn es die örtliche kirchliche Situation erlaubt, dass die lokalen Leitungsteams sowohl aus MĂ€nnern wie Frauen zusammengestellt sind, damit möglichst viele Betrachtungsweisen und Gaben vertreten sind.

Diese grosse WertschĂ€tzung starken und aktiven Frauen gegenĂŒber hat wesentlich mit der Tatsache zu tun, dass Gott dem GrĂŒnder und langjĂ€hrigen Leiter von Campus fĂŒr Christus, Bill Bright, mit Vonette eine vielseitig begabte, selbststĂ€ndig denkende Ehefrau zur Seite gestellt hat, die zum Vorbild fĂŒr viele Mitarbeiterinnen wurde. Bill Bright hat seine Ehefrau immer als Co-Leiterin von Campus fĂŒr Christus betitelt und betont, dass er niemandem neben Henrietta Mears und seiner Mutter in Bezug auf seine geistliche Entwicklung mehr verdanke als seiner Ehefrau Vonette.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter NĂŒesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Transcendence at the table – Buchrezension

Die Autorin Julia Hurlow ist eine Bekannte von mir, sie lebt den USA und ist Professorin an einer christlichen UniversitĂ€t in Indiana. Dieses Buch empfehle ich allen, die Jesus noch intensiver erleben wollen, denn Julia zeigt eindrĂŒcklich auf, wie Gott in der Gemeinschaft am Tisch real erlebt werden kann.

Aus unseren Kirchen kennen wir das Abendmahl entweder als ein heiliges Sakrament, das nur ein Priester austeilen darf. Oder wir kennen die Form eines (etwas unhygienischen) Kelches, der durch die KirchenbĂ€nke gereicht wird. In Freikirchen wird das Abendmahl oft in Einzelportionen verteilt und von jedem einzeln eingenommen. Dass dies nicht der Art entspricht, wie Jesus das Abendmahl eingefĂŒhrt hat, ist vielen nicht bewusst. Denn Jesus hat mit seinen Jungs und vielen anderen Menschen das Abendmahl mit einem ausgiebigem Essen bei fröhlicher Tischgemeinschaft gefeiert.

Das Buch zeigt einerseits die ĂŒbernatĂŒrliche Dimension der Tischgemeinschaft auf und andererseits gibt die Autorin praktische Tipps, wie wir dies ohne grossen Aufwand umsetzen können.

FĂŒr englisch sprechende empfehle ich das Buch, fĂŒr alle anderen steht HIER meine deutsche Zusammenfassung zum privaten Gebrauch frei zur VerfĂŒgung.

Viel Spass beim lesen!

Bill Bright (1921 -2003)

„Setze die Ziele so hoch, dass wenn Gott dir nicht hilft, du ein elender Versager bist.“

Bill Bright

„Bill Bright hat eine Last auf dem Herzen getragen wie wenige Menschen: eine Last fĂŒr die Evangelisierung der Welt. Wahrscheinlich hat niemand mehr zur ErfĂŒllung des Missionsauftrags Jesu Christi beigetragen als er und seine vielen tausend Mitarbeiter in aller Welt.“ So beschrieb sein langjĂ€hriger Freund Billy Graham den GrĂŒnder und internationalen Leiter von Campus fĂŒr Christus, in den USA Cru genannt.

Wenn man Bill Bright mit einem Wort charakterisieren sollte, dann ist es das Wort „einfach“. Er war der Sohn eines einfachen Farmers, lebte zeitlebens in einem einfachen Zuhause, bezog ein einfaches Gehalt, hatte einen kindlich-einfachen Glauben an einen grossen Gott und verliess sich auf einfache Methoden und Strategien fĂŒr die Evangelisation, wie den Jesus-Film und die „,Vier geistlichen Gesetze“. Einfache Methoden in der Kraft des Heiligen Geistes, das war seine Vision, um eine weltweite missionarische Bewegung auszulösen, die schliesslich Millionen Menschen in aller Welt erfassen sollte.

Bill und Vonette Bright

Noch als GeschĂ€ftsmann machte er mit seiner Frau Vonette zusammen einen schriftlichen Vertrag mit Gott, dem sie ihre Ziele, ihre materiellen BesitztĂŒmer und ihre Zukunft komplett ĂŒbereigneten, um in Zukunft als seine Diener das zu tun, was er ihnen sagte. Ein halbes Jahr danach begegnete ihm Gott in einer Vision und gab ihm den Auftrag, das Evangelium zuerst den Studenten und dann ĂŒber die Studentenwelt hinaus in alle Welt zu bringen. Campus Crusade for Christ war geboren.

Bill und Vonette Bright begannen 1951 ihre evangelistische Arbeit an der UCLA-UniversitĂ€t in Los Angeles. Bald breitete sich die Arbeit auf andere UniversitĂ€ten aus, dann ĂŒber die UniveritĂ€ten hinaus auf andere Zielgruppen und Gesellschaftbereiche, und ab 1956 auch auf andere LĂ€nder. Heute sind Mitarbeitende in 173 LĂ€ndern tĂ€tig. Der katalytische Dienst mittels dem von Campus fĂŒr Christus produzierten, weltweit eingesetzten Jesus-Film ist dabei nicht eingerechnet.

Sohn Brad beschrieb seinen Vater als einen Menschen mit einem tiefen Mitempfinden fĂŒr das Wohl seiner Mitmenschen. Oft habe er zuhause ĂŒber die Verlorenheit der Menschen ohne Jesus geweint. Wenn man Bill Bright fragte, wofĂŒr man fĂŒr ihn beten sollte, dann pflegte er zu antworten, dass er die erste Liebe zu Jesus nie verlieren und ein heiliges Leben fĂŒhren möge. Alles prĂŒfte er an der Frage, ob es der ErfĂŒllung des Missionauftrages Jesu dienen wĂŒrde. Er unterschrieb seine Briefe deshalb mit den Worten „,FĂŒr die ErfĂŒllung der Weltmission in dieser Generation“.

Bill Bright war ĂŒberzeugt, dass wir es den Menschen so einfach wie möglich machen sollten, zu Jesus zu kommen. Er war kein Charismatiker im engeren Wortsinn, aber er glaubte mit ganzem Herzen an einen Gott, der Wunder tut. Er legte eine grosse Bedeutung darauf, dass nur Christen, die vom Heiligen Geist erfĂŒllt und bevollmĂ€chtigt sind, geistliche Frucht bringen können. Und er wusste um die Macht der Dankbarkeit und des Lobpreises gerade auch inmitten von unlösbar scheinenden Herausforderungen.

FĂŒr den Autor wurde Bill Bright zum persönlichen Vorbild eines Menschen, der Jesus ĂŒber alles liebte und der deshalb nichts mehr wĂŒnschte, als dass andere Jesus auch persönlich kennenlernen mögen.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter NĂŒesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Wenn Gott nicht heilt…

Als ich vor vier Jahren chronisch krank wurde, hat das viele Fragen aufgeworfen. Mein Umfeld und ich suchten nach Antworten, wie Gott das zulassen kann.

Nachdem ich alle SĂŒnden bekannte und immer noch krank war, begann ich dieses Glaubenskonzept zu hinterfragen. Wer glaubt, dass alle Krankheiten und Probleme ihren Ursprung im eigenen Fehlverhalten haben, ist glĂŒcklicherweise auf dem Holzweg. ‚GlĂŒcklicherweise‘ weil es im christlichen Glauben nicht in erster Linie darum geht, sich an Regeln zu halten und alles richtig zu machen.

Photo by Evan Dennis on Unsplash

Schon immer haben wir Menschen Leid und Krankheit versucht zu deuten und dabei oft vergessen, dass Gott eine Beziehung mit uns haben will. Viele biblische Berichte zeigen auf, dass Gottes Ziel immer Beziehung zum Mensch ist. Wer auf alles eine Antwort braucht, wer alles einordnen und verstehen muss, wird es nicht einfach haben. Antworten können zwar helfen, aber die Suche danach kann auch schaden! Wenn der Wunsch, Gottes Handeln im eigenen Leben zu verstehen einer Unsicherheit, einem Misstrauen entspringt, wird die Suche nicht nĂ€her zu Gott, sondern weiter von ihm weg fĂŒhren.

Gottes Sehnsucht nach Beziehung ist der wichtigste Grund, warum du existierst! Das Verhalten ist sicher nicht unwichtig aber es kommt in Gottes PrioritÀtenliste nicht an erster Stelle. Weshalb ich mir dessen so sicher bin? Werfen wir einen Blick auf die Heilsgeschichte:
Gott machte den Menschen und merkte bald, dass der Mensch sich einsam fĂŒhlte. Also nahm er ein Update vor zum „Menschen 2.0“ und unterteilte ihn in zwei Geschlechter: Mann und Frau. Gott freute sich ĂŒber die Menschen! Sie lebten in perfekter Harmonie mit Gott im Garten Eden. Wir wissen nicht wie lange das gut ging, aber es kam irgendwann zum Bruch und die Menschen zerstörten ihre Gemeinschaft mit Gott. Die Schlange sĂ€te Misstrauen, Adam und Eva brauchten plötzlich Antworten auf Fragen, die vorher keine Rolle spielten. Die Fragen und Zweifel nagten am Vertrauen. Weil sie nicht mehr glaubten, dass Gott nur das Beste fĂŒr sie will, nahmen sie ihr Schicksal selbst in die Hand, assen die Frucht und mussten das Paradies verlassen. So trennte das Misstrauen die Menschen sofort von Gott, weil sie an Gottes Liebe zweifelten und dachten, dass er ihnen etwas vorenthalten könnte. Die Harmonie war zerstört, nichts war mehr perfekt. Hier stellt sich die Frage: Was war die Ursache der Trennung? Der Biss in die verbotene Frucht oder das Misstrauen Gott gegenĂŒber?

Die Antwort darauf ist entscheidend weil sie unser Gottesbild offenbart. Gott will unser Vertrauen, um darauf eine tiefe Beziehung aufbauen zu können. Wenn dieses Ziel verfehlt wird, beschreibt das die Bibel mit dem Begriff ‚SĂŒnde‘. SĂŒnde ist die Trennung von Mensch und Gott, das Verfehlen des ursprĂŒnglichen Ziels, Gemeinschaft mit Gott zu haben. Jesus hat dieses Problem gelöst: Wer ihm vertraut, kann wieder nahe bei Gott sein.

Ich habe bis heute keine befriedigende Antwort fĂŒr meine Krankheit gefunden. Aber ich habe mich entschieden, Gott auch in dieser Zeit zu suchen und ihm nahe zu sein. Von Herzen wĂŒnsche ich auch dir, dass du deine Fragen zwar stellen und Antworten suchen kannst, gleichzeitig aber vertrauensvoll bei Gott bleibst mit der tiefen inneren Gewissheit: „Er weiss was er tut!“.

Dieser Text erschien im ERF Magazin „Antenne“, HIER gehts zur Onlineversion.

Ruth Graham-Bell (1920- 2007)

„Meine Aufgabe ist es, das Mögliche zu tun und Gott fĂŒr das Unmögliche zu vertrauen.“

Ruth Graham

„Ich (Blilly Graham) denke nicht, dass ich irgendjemanden hatte heiraten können, der fĂŒr meine Arbeit und meinen Dienst hilfreicher gewesen wĂ€re, als sie es war.“ Mit diesen Worten beschrieb der weltbekannte Evangelist die Verdienste seiner Ehefrau Ruth anlĂ€sslich seines letzten Auftritts bei ,„Larry King Live“ von CNN. Und Vonette Bright, MitgrĂŒnderin von Campus Crusade for Christ/Cru, schrieb Billy Graham: „Ruth ist immer ein Vorbild fĂŒr Frauen in aller Welt gewesen; eine grossartige Christin, eine grossartige Mutter und Ehefrau, eine grosse StĂŒtze fĂŒr Dich und ein Vorbild fĂŒr Millionen, insbesondere fĂŒr mich.“ Die Autoren des Buches „,Christian Wives“ bezeichneten Ruth Graham als die einzigartigste Frau, die sie kennengelernt hatten, „eine und nur eine“. Was machte sie so einzigartig?

Ruth Graham wuchs in China als Tochter eines amerikanischen Missionsarztes inmitten von Kriegswirren auf. Sie besuchte als Teenager die Schule in Pjöngjang, im heutigen Nordkorea. Sie wollte Missionarin im Tibet werden und war bereit, als MĂ€rtyrerin fĂŒr Jesus zu sterben. Wegen dem in China herrschenden BĂŒrgerkrieg kehrte sie in die USA zurĂŒck, wo sie im Wheaton College studierte. Dort lernte sie Billy Graham kennen. Sie hörte ihn beten und entschied sich ihn zu heiraten, obwohl es besser aussehende MĂ€nner gegeben hĂ€tte, wie sie spĂ€ter gestand. Fortan war sie nicht nur Billy’s Ehefrau sondern auch seine Mentorin. Sie verschaffte ihm die nötigen Unterlagen und beriet ihn bei seinen Predigten und beim Schreiben von BĂŒchern und Artikeln. So stammte der Name der ab 1950 landesweit ausgestrahlten Radiosendungen „,Hour of Decision“ von ihr.

Ruth Graham pflegte eine innige Gemeinschaft mit ihrem göttlichen Freund und liebte es, im Wort Gottes nach SchĂ€tzen zu graben. Die gesammelten Erkenntnisse gab sie dann an ihren Ehemann weiter. Selber war sie neben ihrem Dienst als Sonntagsschullehrerin an ihrem Wohnort gegen aussen wenig aktiv. Ein Prediger im Hause sei genug. Ruth Graham hatte viele kĂŒnstlerische Begabungen. Sie drĂŒckte das, was sie bewegte, in Gedichten aus. Sie verfasste mehrere GedichtsbĂ€nde..

Ruth Graham zog fĂŒnf Kinder gross, drei Töchter und zwei Söhne. Sohn Franklin leitet heute die Billy Graham Evangelistic Association. Tochter Ann Graham Lotz hat einen vielbeachteten Lehrdienst. 1996 wurde Ruth Graham gewĂŒrdigt, als sie mit ihrem Mann zusammen vom amerikanischen Kongress fĂŒr ihre Verdienste an der Allgemeinheit mit der „,Congressional Gold Medal“ ausgezeichnet wurde.

Ruth Graham war neben ihrem tiefen Glauben mit einem grossen Humor ausgestattet. Ihr Witz war weitherum berĂŒchtigt. Gleichzeitig war sie sehr einfĂŒhlsam und mitempfindend, insbesondere zerbrochenen Menschen gegenĂŒber. Manchen vom Leben verletzten Personen wies sie den Weg zurĂŒck ins Vaterhaus. Ihr Sarg wurde auf ihren Wunsch von einem ehemaligen Mörder gezimmert, den sie zum Glauben gefĂŒhrt hatte.

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter NĂŒesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Ernst Rudin (1919 – 1997)

„Was du an der stillen Zeit absparst, verlierst du, was du dazufĂŒgst, gewinnst du.“

Ernst Rudin

Ernst Rudin hat das Werk des CVJM in der Schweiz massgebend geprĂ€gt. Weit ĂŒber das JungmĂ€nnerwerk hinaus, als dessen SekretĂ€r er amtete, hat er durch die „Schulen des Gebets“ und den Gebetsleitfaden „Ruft getrost!“ das Gebetsleben von Tausenden von Menschen geprĂ€gt und auf eine neue Ebene gehoben. Er hat so indirekt wesentlich zur geistlichen Gesundheit von Kirchen und Freikirchen beigetragen.

Rudin: „Die Armut vieler Gemeinden ruft nach ‚Notfall-Stationen‘, wo Menschen die Hilfe finden, die sie in der eigenen Gemeinde entbehren mĂŒssen. Jeder Dienst soll nicht von der Gemeinde weg, sondern zu ihr hin fĂŒhren.“

Ein besonderes Anliegen war ihm die Mitarbeiterförderung. DiesbezĂŒgliches Vorbild fĂŒr ihn war der Leiter des CVJM in Westdeutschland, Pfarrer Johannes Busch, den er als Referent zu Mitarbeiterwochen einlud. Rudin: „Durch Johannes Busch schenkte Gott unserem Werk einen geistlichen Aufbruch. Unter seiner vollmĂ€chtigen VerkĂŒndigung wurden die vorwiegend jungen Teilnehmer vom Geiste Gottes gepackt und willig, sich dem Herrn als Mitarbeiter zur VerfĂŒgung zu stellen.“

Die Reaktion von Johannes Busch auf Gottes Geschehen an jungen Menschen aus allen Berufen und Gesellschaftschichten: „Ich könnte heulen vor Freude!“

Der Dienst von Ernst Rudin als SekretĂ€r des CVJM weitete sich immer mehr ĂŒber das JungmĂ€nnerwerk aus, insbesondere nachdem er 1969 begonnen hatte, mit Mitarbeitern des Blauen Kreuzes zusammen regelmĂ€ssig Schulen des Gebets durchzufĂŒhren. Aus allen Kirchen und Regionen der Schweiz kamen junge und alte Menschen, um beten zu lernen. Dabei lernten sie auch die Wichtigkeit des Segnungsdienstes und der Gebetswache. Bei Letzterer wurden sie angeleitet, wĂ€hrend einer bestimmten Stunde nachts zu wachen und zu beten.

FĂŒr Rudin war das Gebet der Weg zum Vater, der uns durch seinen Geist sein Wort öffnet und uns in den StĂŒrmen und Ängsten der Welt mit tiefem Frieden erfĂŒllt. Zuerst mĂŒsste man lernen, auf Gottes Stimme zu hören. Erst dann könne man in der richtigen Weise darauf antworten.

FĂŒr ihn war das Gebet Gottes Geheimwaffe, um Menschen mit Gott in Verbindung zu bringen. Durch Gebet und Lobpreis wĂŒrde man den Fuss auf das Gebiet des Feindes setzen und die Siegesfahne des Kreuzes hissen, sodass Gottes Gegenwart fĂŒr alle erfahrbar werde, Er zitierte oft Spurgeon, der einmal sagte: „Christi Heerscharen gewinnen die Schlachten stets auf den Knien.“

Rudin war ĂŒberzeugt, dass unsere Wirkung als Christen in der Öffentlichkeit direkt im Zusammenhang mit unserem Gebetsleben im Verborgenen steht. Wenn wir beten und loben, wĂŒrde Gott handeln. Er betonte zugleich, dass manchmal die Frucht der Gebete nicht sofort sichtbar sei, aber dafĂŒr sei dann schliesslich die Segensladung oft umso grösser. Als indirekte Frucht des langjĂ€hrigen Dienstes von Ernst Rudin und der durch ihn geprĂ€gten Gebetsleiter/innen entstanden mehrere Gebetinitiativen, die bis heute bestehen, so das „LĂ€beshuus“ in Heiligenschwendi und das BartimĂ€us-Gebetshaus in Amden.

Johannes Busch (1905 – 1956)

„Ein Leben wird nur reich, das in Jesus, mit Jesus und fĂŒr Jesus gelebt wird.“

Johannes Busch

Am Sarg ihres Vater, eines weitherum beliebten Pfarrers, reichten die BrĂŒder Johannes und Wilhelm Busch sich die Hand und verpflichteten sich, das Erbe ihres verstorbenen Vaters mit Gottes Hilfe weiterzupflegen.

Johannes Busch studierte in TĂŒbingen, Basel, MĂŒnster und Bielefeld Theologie. WĂ€hrend seiner Zeit in MĂŒnster lernte er auch seine Frau Grete kennen. Er liebte es, sich einerseits mit den Gedanken eines Karl Barth auseinanderzusetzen und gleichzeitig die Gemeinschaftsstunden des alten Bauern Bertsch zu besuchen, der vollmĂ€chtig die Heilige Schrift auslegte.

Johannes Busch war trotz seiner klaren pietistischen Haltung und seiner aktiven Rolle in der Bekennenden Kirche ein BrĂŒckenbauer, weil es ihm allein um die gemeinsame Mitte des Glauben, Jesus Christus, ging. Er sagte nie Kirche, wenn er Jesus sagen musste. „FĂŒhrt sie zu Jesus! Das ist das Allerwichtigste in all eurer Arbeit. Unser Dienst an jungen Menschen ist soviel wert, als hier junge Menschen den Heiland liebgewinnen“, so lautete seine Anweisung als Bundeswart des Westdeutschen JungmĂ€nnerbundes (CVJM) an seine Mitarbeiter.

Johannes Busch wohnte in Witten und leitete den CVJM-Bund von 1935 bis zu seinem Tode 1956. Daneben diente er als Landesjugendpfarrer von Westfalen, als Synodaler in der Evangelischen Kirche, sowie im Vorstand der Evangelischen Allianz, des Gnadauer Gemeinschaftsverbandes und der Rheinischen Mission. Am Liebsten aber predigte er das Evangelium der rettenden Gnade Gottes. Er fĂŒhlte sich dabei oft recht schwach und auf die Hilfe Gottes angewiesen: „Ich glaube, es macht nichts so klein, als wenn man ernsthaft anfĂ€ngt, das Evangelium zu verkĂŒndigen.“ Gleichzeitig konnte er bezeugen: „Wenn wir uns krank gearbeitet haben, predigen wir uns wieder gesund.“ Ihre Mutter beschwor ihre Söhne, „keinen Fingerbreit von dem Zeugnis der Wahrheit abzuweichen.“

Johannes Busch liebte es, mit seinen Kindern zusammen zu singen und ein Familienorchester zu bilden. Auf einer Weihnachtskarte, die von allen seinen Kindern mitunterschrieben war, schrieb er: „Um die Krippe hier stehen lauter armselige Leute, aber sie sind alles LobsĂ€nger. Zu denen wollen wir auch gehören.“

Johannes Busch litt wie sein Àlterer Bruder Wilhelm wÀhrend des Naziregimes; vor dem Krieg, weil er Predigverbot erhielt, und wÀhrend dem Krieg, wo er als Offizier und informeller Pfarrer seinen MilitÀrkollegen seelsorgerlich zu dienen versuchte und schliesslich in Kriegsgefangenschaft geriet.

1956 starb Johannes Busch auf einer Dienstreise zu einem Jugendfest in Trier, als ein betrunkener junger Mann sein Auto rammte. An seiner Abdankungsfeier in Witten nahmen ĂŒber 10’000 Menschen teil. Viele einflussreiche Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Gewerkschaftskreisen beklagten in persönlichen Worten oder in Kondolenzschreiben den grossen Verlust fĂŒr die mĂ€nnliche Jugend.

Gerhard Schröder, Bundesminister des Innern, schrieb: „Die Nachricht vom Hinscheiden ihres langjĂ€hrigen Bundeswarts, des Herrn Pastor Busch, hat mich tief erschĂŒttert. Die Lebensarbeit dieses unvergesslichen Mannes wird allen Mitgliedern des JungmĂ€nnerwerkes bleibende Verpflichtung sein.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter NĂŒesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

Ernst Aebi (1903 – 1962)

„Wir haben eigentlich ein herrliches Leben: die frohe Botschaft zu verkĂŒndigen, uns aufzehren und aufbrauchen zu lassen von Christus und fĂŒr das Heil verlorener Menschen.“

Evangelist E. Aebi

Ernst Aebi war gleichzeitig Leiter des Schweizer Bibellesebundes wie auch Leiter der Bibelschule Emmaus in Vennes ob Lausanne. Vor allem aber war er zeitlebens Evangelist. Nicht nur in der Schweiz sondern auch in Deutschland fiel seine VerkĂŒndigung bei Jung und Alt gleichermassen auf fruchtbaren Boden.

Elisabeth Aebi schreibt in ihrer Biographie ĂŒber ihren Mann: „Seine Art der VerkĂŒndigung wirkte befreiend auf viele Deutsche, bei denen bis dahin eher der Ernst und die Forderungen Gottes im Vordergrund gestanden hatten. FĂŒr manche wurde Ernst so zum ‚Botschafter der Freude‘ und das Evangelium mehr denn je zur wirklichen Frohbotschaft.“

Ein deutscher GeschĂ€ftsmann drĂŒckte es so aus: „Ich glaube, Ernst Aebi war der fröhlichste, sieghafteste VerkĂŒndiger des Evangeliums, der je bei uns war. Dabei hatte man den Eindruck, dass er nicht nur von Natur fröhlich war, sondern dass diese Freude vom Herrn selbst geschenkt war.“

Schon als Knabe war Ernst fasziniert von den Jahrmarktschreiern, in der Schweiz ,Billiger Jakob‘ genannt. Die waren ĂŒberzeugt von dem, was sie verkauften. Ein Freund lud ihn in eine Evangelisationsveranstaltung ein. Aebi: „Zum ersten mal in meinem Leben werfe ich mich auf die Knie. ,Herrgott‘ bete ich, ,wenn du lebst, so hilf mir jetzt, gib mir ein neues Leben.'“

Seine Mutter bekam es zuerst mit der Angst zu tun, als Ernst sie um Vergebung bat. Bis jetzt war er ja so ein aufgeweckter, sportlicher Sohn und nun das. Aber Ernst wollte ein ganzer Christ sein und ĂŒberall Farbe bekennen und zu seinem neugefundenen Glauben stehen. In der Pfingstgemeinde in Bern erlebte er die ErfĂŒllung mit dem Heiligen Geist. Er bekam bald die Gelegenheit, seine evangelistische Gabe zu trainieren.

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„FĂŒnf Jahre lang stand ich fast jeden Sonntagabend um sieben Uhr auf dem Bundesplatz. Dort war meine ,Hochschule.“

Ernst Aebi

Elisabeth Aebi: „Er ging immer auf die Hauptsache los. Denn er war ĂŒberzeugt: Wenn das in Ordnung kommt, lösen sich die ĂŒbrigen Probleme weitgehend von selbst.“ SpĂ€ter als Leiter des Schweizer Bibellesebundes und Herausgeber von Bibellesehilfen pflegte er zu sagen: „Wenn die Menschen nur die Bibel lesen! Nach welchem Plan ist gleichgĂŒltig.“

Ernst Abi wollte das Christenleben in seiner ganzen Schönheit darstellen. Jeder sollte wissen, dass bisher ungeahnte ReichtĂŒmer an Freude, Freiheit und Überwinderkraft auf ihn warteten. Aebi: „Gott schenkt immer reichlich.“ Die Leute sollten merken, dass das Christenleben bei allem Ernst eine fröhliche Angelegenheit ist, und dass Freude das Markenzeichen eines erlösten Christen ist.

UnzĂ€hligen Menschen wurde dieser „Vater in Christus“ zum Vorbild eines fröhlichen, dankbaren Christen. Elisabeth Aebi: „Auf psychisch belastete oder sonstwie bedrĂŒckte Menschen wirkte Ernst oft geradezu belebend. sie spĂŒrten es ihm wohl an, dass seine Freude nichts OberflĂ€chliches war, sondern aus tiefen Quellen floss. Das machte ihnen selber Mut. Denn jene Quellen waren auch ihnen zugĂ€nglich.“

In langer Krankheitszeit erlebte Ernst Aebi die Wirklichkeit der Freude, Gnade und Kraft in Jesus Christus, die er in gesunden Tagen so vielen Menschen verkĂŒndigt hatte. Sein letztes Wort an die BibellesebĂŒndler kurz vor seinem Heimgang: „Freut Euch, Euer Leben mit Christus und fĂŒr ihn zu leben!“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter NĂŒesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com