Ernst Rudin (1919 – 1997)

„Was du an der stillen Zeit absparst, verlierst du, was du dazufügst, gewinnst du.“

Ernst Rudin

Ernst Rudin hat das Werk des CVJM in der Schweiz massgebend geprägt. Weit über das Jungmännerwerk hinaus, als dessen Sekretär er amtete, hat er durch die „Schulen des Gebets“ und den Gebetsleitfaden „Ruft getrost!“ das Gebetsleben von Tausenden von Menschen geprägt und auf eine neue Ebene gehoben. Er hat so indirekt wesentlich zur geistlichen Gesundheit von Kirchen und Freikirchen beigetragen.

Rudin: „Die Armut vieler Gemeinden ruft nach ‚Notfall-Stationen‘, wo Menschen die Hilfe finden, die sie in der eigenen Gemeinde entbehren müssen. Jeder Dienst soll nicht von der Gemeinde weg, sondern zu ihr hin führen.“

Ein besonderes Anliegen war ihm die Mitarbeiterförderung. Diesbezügliches Vorbild für ihn war der Leiter des CVJM in Westdeutschland, Pfarrer Johannes Busch, den er als Referent zu Mitarbeiterwochen einlud. Rudin: „Durch Johannes Busch schenkte Gott unserem Werk einen geistlichen Aufbruch. Unter seiner vollmächtigen Verkündigung wurden die vorwiegend jungen Teilnehmer vom Geiste Gottes gepackt und willig, sich dem Herrn als Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen.“

Die Reaktion von Johannes Busch auf Gottes Geschehen an jungen Menschen aus allen Berufen und Gesellschaftschichten: „Ich könnte heulen vor Freude!“

Der Dienst von Ernst Rudin als Sekretär des CVJM weitete sich immer mehr über das Jungmännerwerk aus, insbesondere nachdem er 1969 begonnen hatte, mit Mitarbeitern des Blauen Kreuzes zusammen regelmässig Schulen des Gebets durchzuführen. Aus allen Kirchen und Regionen der Schweiz kamen junge und alte Menschen, um beten zu lernen. Dabei lernten sie auch die Wichtigkeit des Segnungsdienstes und der Gebetswache. Bei Letzterer wurden sie angeleitet, während einer bestimmten Stunde nachts zu wachen und zu beten.

Für Rudin war das Gebet der Weg zum Vater, der uns durch seinen Geist sein Wort öffnet und uns in den Stürmen und Ängsten der Welt mit tiefem Frieden erfüllt. Zuerst müsste man lernen, auf Gottes Stimme zu hören. Erst dann könne man in der richtigen Weise darauf antworten.

Für ihn war das Gebet Gottes Geheimwaffe, um Menschen mit Gott in Verbindung zu bringen. Durch Gebet und Lobpreis würde man den Fuss auf das Gebiet des Feindes setzen und die Siegesfahne des Kreuzes hissen, sodass Gottes Gegenwart für alle erfahrbar werde, Er zitierte oft Spurgeon, der einmal sagte: „Christi Heerscharen gewinnen die Schlachten stets auf den Knien.“

Rudin war überzeugt, dass unsere Wirkung als Christen in der Öffentlichkeit direkt im Zusammenhang mit unserem Gebetsleben im Verborgenen steht. Wenn wir beten und loben, würde Gott handeln. Er betonte zugleich, dass manchmal die Frucht der Gebete nicht sofort sichtbar sei, aber dafür sei dann schliesslich die Segensladung oft umso grösser. Als indirekte Frucht des langjährigen Dienstes von Ernst Rudin und der durch ihn geprägten Gebetsleiter/innen entstanden mehrere Gebetinitiativen, die bis heute bestehen, so das „Läbeshuus“ in Heiligenschwendi und das Bartimäus-Gebetshaus in Amden.

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