Huldrych Zwingli (1484-1531)

„Die Mehrheit macht nicht die Wahrheit. Gottes Wort muss Widerstand haben, damit man seine Kraft sieht.“

Huldrych Zwingli

Huldrych Zwingli wurde 1484 in Wildhaus geboren. Seine erste Bildung erhielt er von seinem Onkel, dem Pfarrer in Weesen. Dann besuchte er Schulen in Basel und Bern, um dann in Wien Latein zu studieren. Schliesslich studierte er an der Universität in Basel Theologie. 1506 wurde er als Pfarrer nach Glarus berufen. Daneben begleitete er seine Pfarrkinder auf Feldzügen nach Oberitalien. Er wird dabei mit den negativen Seiten des Söldnertums konfrontiert. Die Welt scheint ihm als ein Labyrinth voller List und Untreue. Es sei eine Schande, dass die Christen wie die Heiden seien und kein gutes Bild für Christus abgäben.

1516 wechselte Zwingli als Seelsorger nach Einsiedeln. Zwingli pflegte fortan seinen Predigten die Bibel zugrundezulegen. Seine praktischen Bibelauslegungen machten ihn bekannt, sodass er 1519 in das ehrenvolle Amt des Leutpriesters am Grossmünster in Zürich berufen wurde: Hier begann er mit der täglichen fortlaufenden Auslegung des Matthäusevangeliums. Er verlegte das Schwergewicht von den Sakramenten auf die Predigt.

Unter der Lektüre von Paulus und Augustinus bekam er ein neues Verständnis der Bibel. „Hier hör das Evangelium, es ist eine gewisse Botschaft“, rief er den Zuhörern zu. „Christus steht mit offenen Armen vor dir und lädt dich ein – was für eine fröhliche Botschaft!“ 1523 verfasste er 67 Thesen, in denen er „Solus Christus, Sola Scriptura“ (allein Christus, allein die Schrift) als alleinige Richtschnur postulierte. Der Zürcher Rat entschied sich in der (ersten) Zürcher Disputation für die Thesen Zwinglis und setzte in den Zürcher Kirchen das reformatorische Schriftprinzip ein, was den eigentlichen Beginn der Reformation markierte. Fortan war es Zwinglis Bestreben, Kirche und Gesellschaft vom Evangelium her neu zu gestalten. Er wandte sich gegen soziale Ausbeutung durch Wucherzinse.

Er rang um ein bibelgemässes Verständnis von Taufe, Abendmahl und Ehe. 1524 heiratete er. Zur Schulung der Pfarrer gründete er die „Prophezei“. Und er nahm die grosse Arbeit an der „Zürcher Bibel“ in Angriff. Zu seinem Charakter meinte er einmal: „Ich muss zugeben, dass ich zu der Sorte Menschen gehöre, die nur mit viel Nachsicht erträglich sind.“ Gegenüber seinen Gegnern legte er eine grosse Härte an den Tag. Ein dunkles Kapitel in Zwinglis Biographie ist, wie unerbittlich er die Wiedertäufer verfolgte. Schliesslich sah er keinen anderen Weg mehr, als die Reformation mit militärischen Mitteln zu verteidigen.

Die letzten Lebensjahre Zwinglis waren von Tragik überschattet. 1531 fiel Zwingli als Feldprediger der Zürcher Truppen in der Schlacht bei Kappel am Albis. Zwingli wollte nie als „,Reformator“ bezeichnet werden: „Ich will keinen andern Namen tragen als den meines Hauptmannes Christus, dessen Reiser (angeworbener Soldat) ich bin. Mein einziger Kampf gilt der Ausbreitung des Evangeliums.“ Zwingli betonte unermüdlich den zentralen Stellenwert der Bibel: „Das Wort Gottes ist nichts anderes als der Herr Jesus Christus, der zu uns spricht. Der Geist Jesu Christi führt uns in alle Wahrheit, Traget dem heiligen Gotteswort so Sorge, dass es getreulich und ohne Zusatz gepredigt wird.“

Letztlich blieb Zwingli in seinem Herzen ein Evangelist:

„Einem Menschen kann kein grösseres Glück zuteil werden, als wenn er das Netz des Herrn ausspannen darf und im Weltenmeer unermesslich viele grosse Fische fangen und in das Schiff Christi ziehen kann“

Huldrych Zwingli

Zwingli: „Bätted füreinandren! Mit trüwem Bätten werdend wir alles überwinden.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

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