Emil Nigg (1885 – 1973)

„Das, was vor 2’000 Jahren in Palästina geschehen war, kann heute und jetzt noch erlebt werden.“

Emil Nigg

Keine Person hat die Heilsarmee in der Schweiz so nachhaltig geprägt, wie der Heilsarmeeoberst Emil Nigg. Er leitete nicht nur während 16 Jahren die Musik der Heilsarmee und gab ein Musikbuch heraus mit Klavierstimmen zur Begleitung der Heilsarmeelieder. Mindestens so stark prägte Nigg aber die Heilsarmee durch seine vollmächtige Seelsorge und seinen gesegneten Heilungsdienst an kranken und gebundenen Menschen.

Emil Nigg wurde 1885 in Liestal bei Basel geboren. Seine Mutter war eine gläubige Katholikin. Von früh auf begeisterte ihn die Musik. Bald gründete er ein kleines Orchester, mit welchem er oft nächtelang zum Tanz aufspielte. Im Militär leitete er ein Bataillons-Musikkorps. Drei Salutisten beteten nach einem Konzert für den Musikwachtmeister, dass er sich bekehre, um darnach ihr Musikchef zu werden. Bald war es so weit. Nigg: „Ich konnte dem Anruf Gottes nicht länger widerstehen.“ An einer Evangelisation von General von Viehbahn im Volkshaus Basel machte er seinen Entscheid fest und übergab die Leitung seines Lebens Jesus Christus. „Gott wies mich ganz deutlich den Weg in die Heilsarmee.“

Emil Nigg wurde die Leitung der Offiziersmusik übertragen. Neben seinem Dienst vervollständigte er seine musikalische Ausbildung, wobei seinen Dozenten Niggs ausserordentliche Kompositionsgabe auffiel. Da das Musikwesen der Heilsarmee damals auf einem niederen Niveau stand, gab er ein Liederbuch mit Noten heraus. Nigg: „Es war mir ein ernstes Anliegen, dass die Heilsarmeemusik ein wirksames Mittel wurde, Menschen für die Botschaft des Heils empfänglich zu machen. Was könnte geschehen, wenn alle Musikanten der Heilsarmee betend spielen würden! Welch eine Kraft würde von ihrem Spiel ausgehen!“

Nigg führte Dirigentenkurse durch und wies dabei immer auf den Heiligen Geist hin, der lebendig macht, auch die Musik. „Wir brauchen den Heiligen Geist, wenn unser Leben nicht arm, leer und fruchtlos bleiben soll.“ Als Divisionschef setzte er sich sehr für die Jugend ein und baute mit ihnen zusammen ein Jugendhaus in Stäfa über dem Zürichsee, wo in der Folge Kinder- und Jugendfreizeiten durchgeführt wurden. Er war überzeugt, dass Ferien nur dann wirklich genossen werden können, wenn Gott dabei ist. „Vor den Ferien nahm ich mir stets vor: Jeden Morgen eine Stunde für Bibellesen und Gebet! Jeden Nachmittag eine Stunde auf die Knie, um zu loben und zu danken.“ Er nahm auch oft allein oder mit Geschwistern zusammen das Abendmahl ein. Dann führte ihn Gott in den Heilungsdienst.

Nigg: „Es war mir angesichts einer besonderen Not einfach nicht möglich, zu schweigen, was der Herr in anderen Fällen getan hat.“ Immer mehr Menschen nahmen seinen Heilungs- und Befreiungsdienst in Anspruch, wobei Emil Nigg immer darauf hinwies, dass allein Jesus heilen kann. Unser Beitrag sei, auf das zu vertrauen, was im Wort Gottes geschrieben steht.

Zum Schluss ein Wort von Lily Obrist, die in ihrem biographischen Werk über Emil Nigg ihn als ihren persönlichen Berater und Seelsorger bezeichnete: „Viele von uns kannten Emil Nigg als einen Mann des Glaubens, der Liebe zu Gott und den Menschen. Sein ,Allein auf Jesus und sein Blut vertrauen“, gab Oberst Nigg jene gleichbleibende Heiterkeit, die allen, welche ihn kannten, so wohltat. Er hatte nur die Jesus-Fahne, und diese hielt er unentwegt hoch mit Loben und Danken.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

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