Samuel Unger (1896-1980)

„Alles ist möglich dem, der glaubt. Glauben wir wirklich, dass Gott der Herr über Himmel und Erde ist?“

Samuel Unger

Samuel Unger stammte aus dem an Deutschland grenzenden Kanton Schaffhausen. Seine Studien absolvierte er in Leipzig. Als Ingenieur und Geschäftsmann leitete er nach seiner Rückkehr in die Schweiz eine mittelgrosse Firma mit 24 Mitarbeitern. Obwohl er eine grosse geschäftliche Zukunft vor sich hatte, verkaufte er sein Geschäft, um sein Leben ganz Gott und seinem Auftrag zu widmen. Unger: „Nun war ich ein neuer Mensch geworden: geheilt vom Kniefall vor dem Gott des Materialismus, und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, begleitete mich auf Schritt und Tritt. In dem Mass, wie die Vergänglichkeit dieser Welt ihre Anziehungskraft verlor, schärfte sich mein Blick für die Ewigkeitswerte.“ Er gründete in Zürich die „Schweizerische Missionsgemeinde“. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg sah er seinen göttlichen Auftrag vordringlich in der Fürbitte. Unger: „So schwer legte mir Sein Geist die Gebetslast aufs Herz, dass ich täglich bis sieben Stunden benötigte, um die Anliegen vor Gott zu bringen.“

Er betete nicht nur für die Schweiz, sondern auch für einzelne Nationen und deren Regierungen. Der Autor hat selber in einem Nachbarzimmer wartend mitangehört, wie Samuel Unger während langer Minuten hörbar zu Gott geschrien hat, er möge da und dort einer Not begegnen.

Was Ungers disziplinierte und ausgedehnte Fürbitte in der unsichtbaren und sichtbaren Welt bewirkt hat, ist schwer zu ermessen. Samuel Unger war auf jeden Fall ein Mann, der ähnlich dem Hauptmann von Kapernaum wirklich glaubte, dass Gott nur ein Wort sprechen muss, damit Dinge geschehen. Er glaubte zutiefst, dass Gott als Herr über Himmel und Erde unser Gebet, wenn es im Glauben geschieht, zum Segen für einzelne Menschen und ganze Nationen setzt. Insbesondere vor und während dem Zweiten Weltkrieg fühlte sich Unger immer wieder gedrängt, „sich sofort vor das Angesicht Gottes zu werfen und so lange zu ringen, bis dass das Kriegsunheil abgewendet sei.“

Sihlporte Zürich, 1940

Lassen wir Samuel Unger selber erzählen, wie er sich einmal im Gebet von Gott geführt wusste. „Mitte Juni 1943 war mir zumute, als ob mir der Herr selbst seine heilige Hand auf den Mund legte. So begann ich unmittelbar zu fasten. Insbesondere empfand ich den starken Impuls, für den Schutz unseres Landes und für Zürich zu beten.“ Samuel Unger betete und fastete während 47 Tagen insbesondere für den Schutz der grössten Schweizer Stadt Zürich. Dabei lag keine direkte Bedrohungslage vor, da Zürich nicht in Grenznähe liegt. Welches war die Wirkung dieses Gehorsams?

Nach dem Zweiten Weltkrieg erzählte ein hoher amerikanischer Fliegeroffizier in einem Vortrag in Zürich, wie er einmal trotz Wolken dem Kampfgeschwader den Befehl gab „Entsichern'“. In diesem Augenblick sei die Wolkendecke zerrissen und er habe erkannt, dass sie vom Nordwind abgetrieben worden seien und sich irrtümlicherweise über Zürich befanden. Der amerikanische Fliegeroffizier betonte: „‚Wenn die Wolkendecke nicht durch Gottes Gnade zerrissen worden wäre, hätte man Zürich später auf der Landkarte suchen müssen.“ Samuel Unger: „Darum lasst uns Gottes Thron Tag und Nacht ,belagern‘: Wie oft betete der Herr Jesus selbst Nächte durch. Ach, dass doch in der ganzen Schweiz und in Deutschland zusätzliche Gebetszellen entstehen möchten, indem sich die Gläubigen überall vereinen zum Gebet, um den gewaltigen Arm Gottes zu bewegen!“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

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