Dora Rappard (1842- 1923)

Vorbilder sind „Lebensbilder“. Es sind Menschen, an denen wir uns orientieren können. Männer und Frauen, die uns inspirieren und ermutigen. Personen wie Du und ich: Durchschnittlich, z.T. erfolgreich und glücklich, manchmal niedergeschlagen und geplagt. Diese Lebensbilder geben uns Orientierung und zeigen uns Möglichkeiten. Sie öffnen neue Türen und erweitern unseren Horizont. 

Dies ist ein Artikel, einer 30 wöchigen Serie über bekannte und weniger bekannte Lebensbilder. Ich wünsche Dir viel Freude beim Lesen und freue mich immer über Kommentare und Rückmeldungen! Wenn Du keinen Beitrag verpassen willst, folge diesem Blog und Du wirst jeweils per E-Mail informiert. 

God bless you,

„Wieviel Halbheit, wieviel Weltsinn, wieviel Sünde wird noch geduldet in den Herzen! Wie wenig Raum wird dem Heiligen Geist gegeben im täglichen Leben der Gläubigen! Wieviel Selbstsucht, Bequemlichkeit und Empfindlichkeit herrscht da, wo Jesus allein herrschen sollte!“

Dora Rappard

Dora Rappard wurde 1842 als Tochter des Missionars Samuel Gobat und als Enkelin von Christian Heinrich Zeller, des Gründers der Anstalt Beuggen, in Malta geboren. Sie wuchs in Jerusalem auf, wo ihr Vater als Leiter des von den Deutschen und Engländern gemeinsam gegründeten Bischofssitzes amtete. Sie liebte es, Streifzüge durch das Heilige Land zu unternehmen, was ihr half, die Bibel besser zu verstehen. Zudem las sie in der Bibliothek ihres Vaters viele Bücher. In 12 handgeschriebenen Bänden fasste sie die wichtigsten Erkenntnisse aus Büchern über Weltgeschichte, theologischen Abhandlungen, Predigtabschriften und Lebensbildern zusammen. Sie war eine Autodidaktin, die nie eine theologische Ausbildung genossen hat. Und trotzdem hat sie durch ihre Bücher und das Gemeinschaftsliederbuch, das viele ihrer über 500 selbstverfassten Gedichte und Lieder enthielt, und durch ihre zahlreichen Vorträge und Evangelisationen eine ganze Generation mit den Wahrheiten des Wortes Gottes geprägt wie wenige Menschen ihrer Zeit.

Als Frau des Chrischona-Leiters, Carl-Heinrich Rappard, wurde sie zur Mutter von St. Chrischona. Sie war eine Frau mit aussergewöhnlicher Tatkraft: Sie zog acht eigene Kinder gross, nahm sich den zukünftigen Evangelisten mütterlich an, und war als Verwaltungsdirektorin unter anderem für die Finanzen des Werkes zuständig. Sie korrigierte als schriftstellerisch begabte Person die Artikel ihres Mannes. Sie verfasste aber auch selber zahlreiche Beiträge in den Chrischona-Magazinen „Friedensgruss“ und „,Glaubensbote“. Mehr als alles andere liebte sie den Dienst als Evangelistin und als Rednerin in Frauenversammlungen. Sie empfand es als etwas vom Schönsten ihres Lebens, Bibelstunden zu halten und ihrem Mann tatkräftig bei Evangelisations- und Visitationsreisen zur Seite zu stehen. Ihr Ruf als ausgezeichnete Bibellehrerin öffnete ihr Türen selbst zu hochgestellten Persönlichkeiten. So hielt sie Bibelstunden bei der Herzogin Wera von Württemberg. So ein Lehrdienst, auch wenn er vor allem unter Frauen geschah, war zu jener Zeit ungewöhnlich und mit viel Kritik verbunden. Innerhalb des Chrischona-Werkes baute Dora Rappard eine eigentliche Frauenarbeit auf und initiierte eine erste Konferenz für Predigersfrauen.

Nach dem Tode ihres Mannes wurde ihre Rolle als Chrischona-Mutter noch wichtiger. Sie wollte das erweckliche Anliegen ihres Mannes hochhalten und wies die kommenden Evangelisten auf die Wichtigkeit, eines gläubigen Erfassens der Siegeskraft“ hin, die Tag für Tag ausgelebt werden müsste. „Wir können dem heiligen Wind nicht gebieten, können nichts erzwingen und wollen ja nichts erkünsteln. Aber beten können wir. Dem Odem Gottes unsere Herzen weit öffnen können wir, und uns nach dem gnädigen Winde richten und uns von ihm treiben lassen, das können und sollen wir.“

Quelle: „30 kurze Lebensbilder“ von Hanspeter Nüesch, Kontaktiere den Autor per e-mail: hpnuesch7@gmail.com

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